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Ghana

Hilfsprojekt gegen Kinderarbeit

Bei 40 Grad sengender Hitze arbeitet Alice nach der Schule in der Goldmine, in Staub und Hitze. Die Goldfunde übergibt sie an den „Minenchef“, der das Gold für sie eintauscht. Das größte Goldstück, das Alice bislang fand, hatte einen Wert von 20 Ghana Cedis. Mit dem Geld finanziert sie ihre Schulgebühren.

Kinderarbeit und Kinderhandel sind in Ghana ein großes Problem. Das Land ist wirtschaftlich schwach, die Armut vor allem im Norden groß. Das hat zur Folge, dass viele Menschen auf der Suche nach Arbeit in den Süden migrieren. Viele Kinder fliehen vor der Armut aus ihrem Elternhaus oder vor häuslicher Gewalt. Manche werden sogar verkauft und als Haushaltshilfen oder Arbeitskräfte auf Plantagen missbraucht. Armut ist der Grund für diesen Kinderhandel, der auch über die nationalen Grenzen Ghanas hinweg zu beobachten ist.

So hilft unser Partner

Auch in der Diözese Bolgatanga an der Grenze zu Burkina Faso ist der Kinderhandel ein großes Problem. Die Diözese hat daher als Teil ihrer sozialen Aktivitäten schon im Jahr 1994 das Kinderzentrum „Centre for Child Development“ ins Leben gerufen. Ziel ist die Reintegration von Kindern, die vom Kinderhandel betroffen oder gefährdet sind. Das Sozialamt hat das Zentrum zum offiziellen Transit-Heim für die gesamte Upper East Region ernannt: Hier werden Kinder untergebracht, die aus dem Kinderhandel befreit wurden. Zugleich ist das „Centre for Child Development“ eine offene Anlaufstelle für Straßenkinder, die hier psychologisch und sozial begleitet werden. Insgesamt werden 120 Kinder betreut. Sie alle werden ganzheitlich in ihrer Entwicklung gefördert und begleitet.

Ein langfristiges Ziel der Arbeit des Zentrums ist die Reintegration der Kinder in ihre Familien – ein Prozess, der oft mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Aktuell sind etwa 55 Kinder Teil dieses Programms. Die Diözese unterstützt die Familien dabei, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften, und greift ihnen bei der Finanzierung der Lebenshaltungs- und Bildungskosten ihrer Kinder unter die Arme. Für eine erfolgreiche Reintegration der Kinder ist die schulische Ausbildung entscheidend: So finden sie nicht nur in einen geregelten Alltag zurück, sondern erlangen wieder ein Stück Normalität und die Chance, durch Bildung in eine bessere Zukunft zu blicken. Ist eine Reintegration in die Familien ausgeschlossen, bleiben die Kinder im Zentrum, bis sie 16 Jahre alt sind.

Im Rahmen der präventiven Maßnahmen werden gefährdete Kinder in ihren Familien weiterhin betreut: Durch regelmäßige Hausbesuche kümmern sich die Mitarbeiter auch nach einer Rückführung um die Kinder und Familien. Zudem engagiert sich die Diözese durch sensibilisierende Radiosendungen und die Zusammenarbeit mit lokalen Medien für eine Eindämmung des Kinderhandels. Die Diözese leistet damit eine sehr wichtige Aufgabe im Kampf gegen den Kinderhandel in Westafrika und wird in ihrer Arbeit seit 2011 vom Kindermissionswerk unterstützt.

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Interview

"Der Hunger treibt die Kinder in die Zwangsarbeit"

Fred Amenga setzt sich seit knapp 20 Jahren gegen Kinderhandel und Kinderarbeit in Ghana ein. Gemeinsam mit elf Mitarbeitern kümmert er sich in seinem Projekt um Kinder aus Zwangsarbeit und versucht sie in ihre Ursprungsfamilie zu reintegrieren. Über 200 Kinder konnte er bereits in ein neues Leben begleiten.

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