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Argentinien

Schule für die Kinder im Armenviertel

Der Schulweg von Ruth ist alles andere als schön: Täglich kämpft sie sich durch Dreck und Müll, vorbei an brennenden Tonnen, an denen sich die Menschen wärmen. Doch Ruth können die Straßen der Villa 21, einem der ärmsten Viertel in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires, nicht schrecken. Schließlich führen sie sie direkt zu ihrer Schule: „Hier fühle ich mich wohl. Hier ist alles so anders, so harmonisch“, sagt sie etwas schüchtern.

„Wir müssen um jedes Kind kämpfen“

Dass sich die 11-Jährige in der Schule der örtlichen Pfarrei so wohl fühlt, liegt nicht zuletzt an Padre Toto. „Er ist einfach ein guter Mensch“, erklärt Ruth. Padre Toto kennt die Sorgen und Nöte der Menschen in der Villa 21: Schon seit 15 Jahren betreut er die Gemeinde dort. Vor allem um die Zukunft der Kinder macht er sich große Sorgen: „Die Armut, die Drogen, die Perspektivlosigkeit – das sind die Feinde der Kinder. Und wir müssen um jedes Kind kämpfen“, wird er nicht müde zu betonen.

Mit dem Segen des Heiligen Vaters

Rückendeckung hat Padre Toto bei seiner Arbeit von ganz oben. Papst Franziskus ist Schirmherr der Schule. Denn noch immer liegt ihm das Schicksal der Menschen in seinem Heimatbistum sehr am Herzen. Dass „Papa Francisco“ sie nicht vergessen hat, ist für die Bewohner der Villa 21 eine wichtige Stütze.

 


"Wir müssen den Kindern die Mittel geben, ihren Horizont zu erweitern, um sie träumen zu lassen. Entweder wir bereiten die Kinder für einen weiten Horizont vor oder wir überlassen sie dem Horizont der Strassenecke, wo sie für einige Pesos Drogen kaufen können.“

Papst Franziskus


Die Villa 21 ist das größte Armenviertel in Buenos Aires. Nirgendwo sonst in der Metropole leben so viele Menschen auf so wenig Raum. Über die Hälfte der 60.000 Einwohner sind unter 18 Jahre alt. Padre Toto will deshalb, dass seine Schule weiter wächst, dass sie Kindern eine Chance im Leben gibt und ihnen ein Ort der Zuflucht ist.

Für Ruth ist das Schulgebäude genau das: „Ich fühle mich hier willkommen. Die Lehrer hören mir zu. Und es macht mir Spaß, weil ich merke, dass ich hier etwas lerne.“ Nur eines stört sie: Offiziell trägt die Schule den Namen „Die Jungfrau der Wunder von Caacupé“. „Viel zu lang“, findet Ruth: „Das ist einfach nur MEINE Schule und die ist was ganz besonderes.“

Text: Tobias Käufer

So hilft unser Projektpartner

  • Momentan besuchen 180 Schüler die offene Ganztagsschule.
  • Die Förderung in musischen Fächern steht ganz oben auf dem Stundenplan – ein wichtiges Gegengewicht zu den grauen Straßen der Großstadt.
  • Da viele Kinder hungrig zur Schule kommen, versorgen sie Padre Toto und sein Team auch mit einem Frühstück und einem Mittagessen.
  • Auf dem neu angelegten Pausenhof können die Schüler spielen – und zwar ohne Müll und Dreck.
  • Außerdem betreibt die Gemeinde einen Kindergarten, eine Berufsschule, ein Tageszentrum für süchtige Jugendliche, ein Heim für verwaiste Kinder, eine Fußballschule, eine Musikschule und engagiert sich mit großem Erfolg in der Jugendarbeit. Die Pfadfinderbewegung der Gemeinde zählt über 1.000 Jugendliche.

Hilfe dank Spendenmarathon

Das Kindermissionswerk freut sich über die Unterstützung der RTL-Stiftung „Wir helfen Kindern“, die mit dem RTL-Spendenmarathon Gelder für Hilfsprojekte in aller Welt sammelt. Auch Papst Franziskus ist am Erfolg des Marathons sehr interessiert: „Halten Sie mich auf dem Laufenden“, sagte er RTL-Moderator Wolfram Kons (Foto links), der ihn in Rom traf, um mit ihm über die Schule zu sprechen. Doch das Kirchenoberhaupt weiß auch, die Probleme in Argentiniens Villa 21 sind enorm. Hilfe über den Spendenmarathon hinaus ist dringend erforderlich.

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