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2 Jahre nach dem Beben: Sternsinger ermöglichen Wiederaufbau von 20 Schulen

Zukunft aufbauen für Nepals Kinder

Im Abstand von nur 17 Tagen bebte im April 2015 in Nepal zwei Mal die Erde. So stark, dass knapp 9.000 Menschen starben, unzählige ihr Zuhause verloren, ganze Regionen in Trümmern versanken. Knapp zwei Jahre nach den beiden verheerenden Beben konnten mithilfe der Sternsinger und der Nepal Hilfe Aachen 20 neue erdbebensichere Schulen fertig gestellt werden.

Gesang, Tanz, bunte Fähnchen, die im Wind flatterten. Die Freude war groß, als Kinder, Eltern und Lehrer an 20 Schulen in Ostnepal ihre neuen Schulen einweihen konnten. Zwei Jahre lang hatten sie in ihren Übergangshütten auf diesen Moment gewartet. Die neuen Schulgebäude entstanden in den zurückliegenden Monaten im Distrikt Dolakha, dem Epizentrum des zweiten Bebens. Die Region liegt gut 100 Kilometer östlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu.

Zum Start des neuen Schuljahrs im Juni können nun jeweils 60 bis 100 Schüler die 18 Grundschulen besuchen. Rund 500 Kinder und Jugendliche freuen sich, in den beiden neuen Sekundarschulen endlich wieder eine richtige Schule zu haben. Denn die Übergangsschulen aus Holz und Wellblech waren zugig, staubig und die Kinder mussten auf dem Boden sitzen und waren vor allem in den Wintermonaten ständig erkältet.

Nachhaltige Konstruktion steht bei Wiederaufbau im Vordergrund

Im Vordergrund beim Wiederaufbau stand jedoch nicht nur, den Kinder möglichst schnell wieder einen würdigen Ort zum Lernen aufzubauen, sondern vor allem eine nachhaltige Konstruktion zu entwickeln, die in der weiterhin erdbebengefährdeten Region Erschütterungen besser stand hält. Tragende Stahlkonstruktionen für die Dächer ohne Verbindungen zu den Wänden, die ihrerseits von mehreren Stahlbändern durchzogen sind, sollen diese größere Sicherheit garantieren.

Gut 800.000 Euro betrugen die Kosten für die 20 Schulgebäude, zu denen die Nepal Hilfe Aachen rund 80.000 Euro an Spendengeldern beitrug. In Kooperation mit der Deutsch-Nepalischen Gemeinschaft in Stuttgart setzten das Kindermissionswerk und die Nepal Hilfe auf ein festes Team aus einheimischen Bauexperten, das den Neubau der Schulgebäude plante und durchführte. Maßgeblich verzögert wurde der Bau durch die politische Situation vor Ort. Mehr als ein Jahr dauerte es, bis die Baupläne für die Schulen genehmigt wurden.

2015 hatte das Kindermissionswerk bereits wenige Tage nach dem Beben Nothilfen in Höhe von 244.500 Euro zur Verfügung gestellt. So schnell wie möglich sollte gemeinsam mit Partnern der Wiederaufbau starten, damit die Familien während der kalten nepalesischen Wintermonate ein sicheres Dach über dem Kopf hätten. Doch dieses Vorhaben stieß auf mehrere Hindernisse.

Nachbeben und politische Situation verzögerten Wiederaufbau

Zum einen verzögerte sich der Wiederaufbau in den ersten Monaten durch Nachbeben und die Gefahr von Erdrutschen bis zum Ende des Monsuns. Hinzu kamen innenpolitische Differenzen, die vor allem im Süden Nepals massive Proteste auslösten und in einer Blockade der Grenze zu Indien gipfelten. Der über Monate fehlende Nachschub an Treibstoff, Nahrungsmittel und Medikamenten löste eine weitere Krise im Land aus, die den Wiederaufbau weiter verzögerte.

Erst im Frühjahr 2016 nahm die nationale Wiederaufbaubehörde ihre Arbeit wieder auf. Seite Mitte 2016 erteilte die Regierung vereinzelt Baugenehmigungen. Erste Wiederaufbauprojekte, wie die 20 Schulen, konnten Ende 2016 endlich anlaufen und Anfang 2017 fertig gestellt werden.

Helfen Sie mit, den Kreislauf aus mangelnder Bildung und Armut zu durchbrechen.

Doch auch zwei Jahre nach dem Beben sind es vor allem die Kinder, die den 25. April nicht vergessen können. Viele haben den Einsturz ihrer Elternhäuser erlebt und leiden noch heute unter Albträumen. Mit Gleichaltrigen in der Schule lachen, spielen und lernen zu können, ist für die Kinder wichtig auf ihrem Weg zurück in die Normalität.

Knapp 2.000 Kindern konnten die Sternsinger diesen Traum jetzt erfüllen. Doch Tausende weitere sehnen sich nach einem Stück Normalität in einer intakten und vor Wind und Wetter geschützen Schule. Helfen Sie mit!

Nepal nach dem Beben

 

Am 25. April 2015 erschütterte ein Erdbeben mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala Zentralnepal.

Nur 18 Tage später, am 12. Mai, verzeichneten Seismologen ein erneutes Beben der Stärke 7,2.

Fast 9.000 Menschen starben bei den Beben, mehr als 22.000 wurden verletzt

Vor allem in der Nähe der Hauptstadt Kathmandu, im Kathmandutal und weiteren Tälern, wurden Menschen von Trümmern und Gerölllawinen erschlagen.

600.000 Familien verloren ihr Zuhause.

Mehr als eine halbe Million Häuser wurden von dem verheerenden Beben zerstört, darunter tausende Schulgebäude mit mehr als 32.000 Klassenzimmern.

Fast eine Millionen Kinder und Jugendliche konnten nicht mehr in die Schule gehen.