Inhalt

Brasilien

„Dengue, hau ab!“

In den Armenvierteln der Millionenmetropole Rio de Janeiro klären Jugendliche über Dengue-Fieber und das Zika-Virus auf.

Der Bundesstaat Rio de Janeiro ist in Brasilien eines der Hauptinfektionsgebiete des Denguefiebers, einer schweren Viruserkrankung, die durch tagaktive Stechmücken übertragen wird. In den vergangenen Monaten hat sich zusätzlich das Zika-Virus rasant ausgebreitet, auch das wird durch diese Stechmücken übertragen. Fließendes Wasser, Abwasserleitungen, Müllabfuhr oder Stromversorgung – was in Deutschland selbstverständlich ist, ist für Millionen Menschen in den Armenvierteln der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro ein ferner Luxus.

Aufklärung kann bis zu 80 Prozent der Infektionen verhindern

Vor allem achtlos weggeworfener Müll ist für die Ausbreitung des Dengue-Fiebers und Zika-Virus in städtischen Gebieten mitverantwortlich. Wasser sammelt sich in Bechern, Flaschen, Verpackungen und alten Reifen an. In diesem Wasser vermehren sich die gefährlichen Moskitos. Erschwerend kommt die Unwissenheit der Bevölkerung über die Symptome und den Verlauf der Infektionen hinzu. Deshalb ist die Aufklärung der Bevölkerung eine der wichtigsten Aufgaben zur Bekämpfung der Erkrankungen. So können bis zu 80 Prozent der Infektionen verhindert werden.

So hilft unser Projektpartner

  • In Maré, einem Armenviertel von Rio mit rund 130.000 Einwohnern, bildet unsere Partnerorganisation REDES zusammen mit der Universität von Rio derzeit 50 Jugendliche zu Multiplikatoren aus.

  • Als „Little Dengue Zika Docs“ gehen die Jugendlichen von Tür zu Tür. Sie klären die Bevölkerung über Präventionsmaßnahmen auf und tragen so dazu bei, die Infektionsrate zu senken.

  • Unser deutscher Kooperationspartner IRESO e.V. in Karlsruhe übernimmt zusammen mit dem Bernhard-Nocht-Institut (Hamburg) die wissenschaftliche Begleitung des Projekts.

  • Zusammen mit REDES unterhält das Kindermissionswerk weitere Projekte in Maré, darunter ein Reintegrationsprogramm für Schulabbrecher und ein Projekt zur Berufsvorbereitung.

Die Geburtsstunde der „Little Dengue Zika Docs“

Der deutsche Arzt Dr. Norbert Lehmann berichtet unserer Kollegin Urte Podszuweit von den Anfängen des Projekts.

Datei Info

  • Dateityp: MP3
  • Dateigröße: 4,4 MB
  • © Urte Podszuweit / Kindermissionswerk

Dengue-Fieber

Das Dengue-Fieber ist eine Virusinfektion, die von tagaktiven Stechmücken wie der ägyptischen Tigermücke übertragen wird. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich weltweit etwa 400 Millionen Menschen daran, rund 96 Millionen Erkrankungen laufen so schwer, dass eine Behandlung nötig ist. Vor allem in Lateinamerika und in Asien breitet sich das Virus extrem schnell aus. In Brasilien starben im Jahr 2015 weit über 800 Menschen an Dengue. Im selben Zeitraum registrierten die Behörden rund 1,5 Millionen Erkrankungsfälle im Land.

Zika-Virus

Das Zika-Virus breitet sich vor allem in Lateinamerika aus. Laut WHO wird es ebenfalls durch Stechmücken wie die ägyptische Tigermücke übertragen. Als Krankheitssymptome treten Ausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündungen und manchmal Fieber auf, die nach einigen Tagen meist verschwinden. Bis vor kurzem galten Zika-Infektionen daher als eher unproblematisch. Mittlerweile gibt es jedoch immer mehr Anhaltspunkte dafür, dass eine Infektion in der Schwangerschaft eine Schädelfehlbildung beim Kind verursacht, die eine schwere geistige Behinderung mit sich bringt. Außerdem kann das Virus Forschern zufolge das Guillain-Barré-Syndrom auslösen – eine schwere Nervenkrankheit, bei der es zu Muskelschwächen und Gefühlsstörungen kommt.

Fair play in Rio?

Fairness und Gerechtigkeit – was bei Olympia und den Paralympics am Zuckerhut einfach dazugehört, ist in Rio nicht selbstverständlich. Denn noch immer ist die Stadt sozial tief gespalten.

Mehr : Fair play in Rio?