Inhalt

Nach der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2014 schaut dieses Jahr erneut die ganze Welt nach Brasilien, genauer gesagt nach Rio de Janeiro. Bei den Olympischen Spielen vom 5.-21. August und den Paralympics vom 7.-18. September tragen die besten Sportler der Welt ihre Wettkämpfe in den Stadien am Zuckerhut aus. Fairness und Teamgeist – was im Sport einfach dazugehört, ist in Rio alles andere als selbstverständlich. Noch immer ist die Stadt sozial tief gespalten: Mehr als 1.000 Armenviertel, zu portugiesisch Favelas, gibt es dort, oft in direkter Nachbarschaft von wohlhabenden, luxuriösen Wohnvierteln. Jeder fünfte der rund zwölf Millionen Bewohner im Großraum Rio lebt in einer Favela –  ohne sauberes Wasser und durchgängige Stromversorgung, geprägt von Gewalt und Drogenhandel.

Sparen auf Kosten von Kindern und Jugendlichen

Im Vorfeld von Olympia hatte sich Rios Verwaltung viel vorgenommen: So sollten die Spiele auch einen positiven Einfluss auf die Lebensbedingungen der Armen haben. Die Favelas sollten aufgewertet werden,  Investitionen in die Infrastruktur nachhaltige Verbesserungen herbeiführen. Außerdem sollten verstärkte Polizeipatrouillen die Straßen sicherer machen. Doch aus den Plänen wurde nichts. Missmanagement und Korruption in Behörden standen den positiven Bestrebungen im Weg. Wie bereits zur WM wurde auch im Vorfeld der Olympischen Spiele der Etat im Sozial- und Bildungsbereich beschnitten, um die erheblichen Kosten für das Großereignis von rund 8,7 Milliarden Euro zu decken. Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter den Kürzungen. Ihnen wird das Recht auf Bildung streitig gemacht. Außerdem mussten viele Familien ihr Zuhause aufgeben: Ganze Favelas wurden zwangsgeräumt, um Platz für neue Sportplätze zu schaffen.

Quelle: Factsheet „Menschenrechte sind olympisch“, Katholische Jungschar Österreich,
www.menschenrechte-sind-olympisch.at