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Chronologie

Bürgerkrieg und Friedensprozess in Kolumbien

2017

23. November 2017: Ein Jahr nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags mit den FARC-Rebellen nehmen Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in Teilen Kolumbiens wieder zu. Laut Amnesty nutzen andere Guerilla-Gruppen das Machtvakuum.

12. Oktober 2017: Die nächsten zwölf Jahre darf keine Regierung Kolumbiens das zwischen dem kolumbianischen Zentralstaat und der FARC geschlossene Friedensabkommen inhaltlich verändern, entscheidet das Oberste Verfassungsgericht.

5. September 2017: Kolumbien steht vor einem weiteren Meilenstein für eine friedliche Zukunft: Unmittelbar vor dem Papstbesuch einigen sich die ELN-Guerilla und die Regierung von Präsident Santos auf einen mehrmonatigen Waffenstillstand.

4. September 2017: Mit altem Kürzel aber neuem Namen tritt die FARC in das politische Leben Kolumbiens ein. Parlamentssitze sind ihr schon sicher.

27. Juni 2017: Der Bürgerkrieg zwischen FARC und kolumbianischer Regierung ist endgültig Geschichte: Die Entwaffnung der linksgerichteten Rebellen ist abgeschlossen, teilen die Vereinten Nationen mit.

6. April 2017: Eine Wahrheitskommission soll in Kolumbien den jahrzehntelangen blutigen Konflikt mit den linksgerichteten FARC-Rebellen aufarbeiten. Sein Land schulde den vielen Opfern eine Antwort, sagt Präsident Santos.

1. März 2017: Die ELN hat sich zu dem Anschlag in Bogotá bekannt. Bei einem Bombenattentat waren 26 Menschen schwer verletzt worden. Gleichzeitig hat die Entwaffnung der linksgerichteten Guerilla-Organisation FARC begonnen. Die ersten 322 Rebellen gaben ihre Waffen an Vertreter der Vereinten Nationen ab.

7. Februar 2017: In Quito beginnen die Friedensverhandlungen mit der ELN.

2016

6. Dezember 2016: In Kolumbien beginnt mit der Umsiedlung von 12.000 Rebellen der Prozess zur Entwaffnung der FARC. Wie im Friedensvertrag festgelegt, werden die Rebellen aus ihren bisherigen Lagern in den Bergen und im Regenwald in sogenannte Übergangs- und Normalisierungszonen ziehen.

30. November 2016: Der überarbeite Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC wurde unterzeichnet und auch vom Parlament angenommen.

27. Oktober 2016: Kolumbiens Regierung hat den Beginn der Friedensgespräche mit der ELN-Guerilla verschoben. Staatspräsident Juan Manuel Santos begründete dies mit der bislang nicht erfolgten Freilassung des entführten früheren Kongressabgeordneten Odin Sanchez.

11. Oktober 2016: In Kolumbien gibt es neuen Rückenwind für den schwierigen Friedensprozess: Die zweitgrößte Guerilla-Gruppe des Landes, die marxistische ELN, will mit der Regierung verhandeln.

8. Oktober 2016: Der Friedensnobelpreis geht an Kolumbiens Staatspräsidenten Juan Manuel Santos. Er wurde für sein Engagement für das Ende des seit mehr als 50 Jahren andauernden kolumbianischen Bürgerkriegs gewürdigt. Die Auszeichnung ist auch als "Tribut an das kolumbianische Volk zu sehen, das trotz großer Schwierigkeiten und Missstände, die Hoffnung auf einen gerechten Frieden" nie aufgegeben habe.

2. Oktober 2016: Die Kolumbianer lehnen die Erstversion des Friedensvertrags zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen ab. Das Land ist gespalten.

26. September 2016: In Kolumbien unterschreiben Regierung und FARC den historischen Friedensvertrag. Für das südamerikanische Land endet damit eine blutige Epoche.

24. August 2016: Kolumbianische Regierung und FARC einigen sich in gemeinsamen Kommuniqué auf ein umfassendes Friedensabkommen. Am 2. Oktober 2016 soll die Bevölkerung über den Friedensvertrag abstimmen.

8. August 2016: Kolumbianische Regierung und FARC einigen sich auf einen konkreten Zeitplan zur Umsetzung des Waffenstillstands und der Entwaffnung der Rebellen.

7. Juli 2016: Eine Einheit der FARC, die „Front Armando Ríos“, kündigt die Fortsetzung des bewaffneten Konflikts an. Die Friedensgespräche hätten nur dem Ziel gedient, die Guerilla zu entwaffnen, nicht jedoch einen Wandel des Wirtschaftssystems herbeizuführen.

23. Juni 2016: Kolumbianische Regierung und FARC verständigen sich auf einen „definitiven Waffenstillstand“. Beide Parteien einigen sich darauf, dass die Rebellen die Waffen niederlegen und ihre Sicherheit gewährleistet wird.

6. Juni 2016: Kolumbiens rechtsgerichtete Oppositionspartei „Demokratisches Zentrum“ rund um den ehemaligen Präsident Álvaro Uribe, startet eine Kampagne gegen den geplanten Friedensvertrag zwischen kolumbianischem Staat und FARC.

31. März 2016: Kolumbianische Regierung kündigt Gespräche mit der zweitgrößten Guerilla-Organisation ELN an. Wenige Tage später lässt die ELN den seit 2013 entführten ehemaligen Gouverneur der Provinz Chocó, Patrocinio Sanchez Montes de Oca, frei.

11. Februar 2016: Die FARC verspricht, künftig keine Kindersoldaten mehr einzusetzen.

19. Januar 2016: Regierung und FARC einigen sich darauf, dass ein künftiger Waffenstillstand und die Abgabe der Waffen von einer UN-Mission überwacht werden sollen.

2015

22. November 2015: Als Zeichen des guten Willens begnadigt Präsident Santos erstmals eine Gruppe von 30 FARC-Guerilleros.

23. September 2015: FARC und Regierung kündigen ein Friedensabkommen binnen sechs Monaten an.

Juni 2015: FARC und Regierung einigen sich auf die Einrichtung einer Wahrheitskommission zur Aufarbeitung der Kriegsverbrechen.

2014

November/Dezember 2014: Die Friedensgespräche werden ausgesetzt wegen der Entführung eines ranghohen Militärs durch die FARC. Im weiteren Verlauf stocken die Verhandlungen immer wieder nach Kampfhandlungen.

15. Juni 2014: Präsident Santos wird wiedergewählt.

Juni 2014: Die Regierung gibt bekannt, sich seit mehreren Monaten zur Vorbereitung von Friedensgesprächen mit der ELN-Guerilla zu treffen.

2012

November 2012: Die Friedensverhandlungen zwischen Regierung und den FARC-Rebellen beginnen offiziell. Der Fahrplan sieht Einzeleinigungen in den Bereichen Landkonflikt und ländliche Entwicklung, politische Teilnahme der Rebellen, illegaler Drogenhandel, Umgang mit den Opfern, Entwaffnung der FARC und Strafverfolgung vor. Die Rebellen kündigen mehrmals einseitige Waffenruhen an, die teilweise wieder gebrochen werden. Die Regierung will während der Gespräche keine Waffenpause einlegen.

Januar 2012: Das Landrückgabegesetz tritt in Kraft. Opfer des Krieges sollen entschädigt werden, Vertriebene ihr Land zurückerhalten.

2010

20. Juni 2010: Ex-Verteidigungsminister Juan Manuel Santos wird zum Präsidenten gewählt.

2008

September 2008: Der Skandal um die sogenannten „falschen Erfolge“ (falsos positivos) fliegt auf. Vor allem zwischen 2004 und 2008 wurden mehr als 3.000 Zivilisten von der Armee ermordet, um die Statistik getöteter Guerilleros aufzubessern. Die Befehle dafür kamen von ranghohen Militärs. Hunderte Armeeangehörige wurden seitdem verurteilt.

2005

Juni 2005: Das „Gesetz für Gerechtigkeit und Frieden“ wird verabschiedet. Es gilt als weitgehende Amnestie für Mitglieder der Todesschwadronen.

2003 - 2006

Zwischen 2003 und 2006: Nach langen Verhandlungen geben etwa 32.000 AUC-Paramilitärs ihre Waffen ab. Bis 2014 wird 4.200 von ihnen der Prozess wegen Menschenrechtsverbrechen gemacht. Viele kehren in den bewaffneten Kampf zurück.

2002

Mai 2002: Álvaro Uribe gewinnt die Präsidentschaftswahlen. Er intensiviert den militärischen Kampf gegen die Rebellen und lehnt Verhandlungen ab. 2007 wird er wiedergewählt.

Februar 2002: Die Regierung bricht die Verhandlungen mit der FARC nach einer Flugzeugentführung ab. Während der Gespräche töteten beiden Seiten hunderte Menschen.

1990er

1998/99: Verhandlungen zwischen der Regierung von Andrés Pastrana und der FARC beginnen, Gespräche auch mit ELN und AUC. Im Süden des Landes wird ein großes FARC-Gebiet demilitarisiert. Nach einem Massaker enden die Gespräche mit den AUC.

1996: Zahlreiche paramilitärische Gruppen schließen sich zu den Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC) zusammen. Die Todesschwadronen haben etwa 30.000 Mitglieder.

1980er

Oktober 1989: Die Bewegung M-19 legt ihre Waffen nieder und wird zur politischen Partei. Der damalige Anführer Carlos Pizarro wird Präsidentschaftskandidat und während des Wahlkampfs im April 1990 ermordet.

Von 1986 bis 1990: Zahlreiche linke Politiker werden von den Paramilitärs ermordet. Vier Präsidentschaftskandidaten werden bei Attentaten getötet.

Mitte der 80er Jahre: Es formieren sich zahlreiche rechtsextreme paramilitärische Gruppen, die ursprünglich zum Schutz der Ländereien von Großgrundbesitzern und der Abwehr vor Rebellenangriffen dienen sollen. Immer mehr Menschen arbeiten für die Drogenkartelle.

1984: Die Regierung verhandelt erstmals mit FARC und ELN. Die Gespräche scheitern nach der Ermordung des Justizministers.

1960er

Frühe 60er Jahre: Die Armee beginnt, in Dörfer einzudringen und mutmaßlich kommunistische Bauern zu verfolgen.

1964: Die Rebellenorganisationen FARC („Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens“) und ELN („Nationale Befreiungsarmee“) werden gegründet. Die FARC bildet sich aus dem Kampf gegen die Landkonzentration, die ELN entsteht aus der Studentenbewegung. Die Regierung versucht die beiden Guerillas mit Hilfe der USA mit Waffengewalt zu besiegen. Die USA unterstützen den Kampf gegen die Rebellen und den Drogenhandel bis heute mit mehreren Milliarden US-Dollar.

1940er / 50er

50er Jahre: Durch die Unterdrückung linker Bewegungen bilden sich mehrere Untergrundgruppen.

1940er und 50er Jahre: Bei blutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern der liberalen und der konservativen Partei werden Hunderttausende Menschen getötet. Anhänger der in den 30er Jahren gegründeten Kommunistischen Partei werden gewaltsam unterdrückt.

1920er

1920er Jahre: Zwischen Bauern und Großgrundbesitzern beginnen Auseinandersetzungen im Land.