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Hilfsprojekt zur Sternsingeraktion 2019

Peru: Chancen für Kinder mit Behinderung

Ángeles spielt gerne Klatsch- oder Ballspiele. Ihre Freundinnen müssen genau zielen, denn Ángeles sitzt wegen einer Muskelkrankheit im Rollstuhl. Die Mädchen kichern viel beim Spiel, sie kennen sich gut und besuchen gemeinsam die zweite Klasse. Dass Ángeles nicht laufen kann, ist für ihre Freundinnen kein großes Thema. „Wir helfen ihr manchmal in der Pause“, sagt Melanie. „Wir holen ihr am Schulkiosk was zu essen, wenn sie etwas will“, berichtet Camila.

Der liebevolle Umgang der Mädchen untereinander ist in Peru leider keine Selbstverständlichkeit. Viele Kinder mit Behinderung erleben täglich Ausgrenzung und Diskriminierung. Sie werden von ihren Familien versteckt, vernachlässigt oder sogar ausgesetzt – aus Scham oder weil ihre Eltern nicht wissen, wie sie mit ihnen umgehen und sie versorgen sollen. Besonders Kinder und Jugendliche mit Behinderung, die aus armen Verhältnissen stammen, haben kaum eine Chance, eine schulische Förderung oder gar eine Ausbildung zu erhalten.

So hilft unser Partner

Ángeles hat das Glück, dass sie im Zentrum „Yancana Huasy“ gefördert wird. Im Canto Grande, dem größten Elendsviertel von Perus Hauptstadt Lima, gründete die Pfarrei „Señor de la Esperanza“ („Herr der Hoffnung“) bereits 1981 einen Verein zur Förderung von Menschen mit Behinderung. Später errichtete der Verein das Zentrum „Yancana Huasy“. Der Name stammt aus der Quechua-Sprache und bedeutet „Haus der Arbeit“.

Dort erhalten Mädchen und Jungen mit geistiger und körperlicher Behinderung unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familien Unterstützung. Sie erfahren Fürsorge und Geborgenheit. Das Gebäude ist an die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen angepasst. Die Räume bieten genügend Platz für Therapien, zum Lernen und zum Spielen. Eine Rollstuhlrampe im Innenhof ermöglicht die Behandlung der Kinder auch in den oberen Etagen. In den Physiotherapiestunden, die von Studenten der Universität San Marcos durchgeführt werden, üben die Kinder Bewegungsabläufe und stärken ihre Grob- und Feinmotorik. Psychologen helfen ihnen in regelmäßigen Einzel- und Gruppengesprächen, traumatische Erlebnisse aufzuarbeiten.

Selbstbewusstsein und Zukunftschancen durch Bildung

Besonders am Herzen liegt den Mitarbeitern von „Yancana Huasy“, die Kinder schulisch zu fördern. Insgesamt arbeiten deshalb 80 staatlich geförderte Lehrer im Zentrum, die zum Teil selbst eine Behinderung haben. Sie geben den Kindern und Jugendlichen gezielte Nachhilfe und bereiten diejenigen, die bisher keine Schule besuchen, auf die Regel- oder Förderschule vor.

Die älteren Mädchen und Jungen können verschiedene Kurse in den Werkstätten des Zentrums besuchen, wie zum Beispiel Kochen, Nähen und Schreinern. Durch die berufsbildenden Maßnahmen erhalten die Jugendlichen eine berufliche Qualifikation und somit die Möglichkeit, später für sich selbst sorgen zu können. Das erworbene Wissen und die neuen Perspektiven steigern zudem ihr Selbstwertgefühl.

Stärkung der Familien und Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft

Hauptziel von „Yancana Huasy“ ist die Integration der Kinder in die Gesellschaft. Die Mitarbeiter des Zentrums setzen sich für mehr Verständnis und Aufklärung ein, um die Rechte von Menschen mit Behinderung zu stärken. Diese Arbeit beginnt in den Familien. In Schulungen lernen die Eltern, wie wichtig es für die Zukunft ihrer Kinder ist, dass ihre Familien sie akzeptieren und fördern. Häufig werden nicht nur die Kinder aus der Gesellschaft ausgegrenzt – auch die Eltern stoßen auf Missachtung. Deshalb lernen sie auch, mit Anfeindungen angemessen umzugehen.

 

Die größte Freude sind die Fortschritte, die wir bei jedem einzelnen Kind feststellen. Zum Beispiel wenn autistische Kinder Nähe zulassen, sprechen, lachen."

José Antonio Patrón, Direktor von Yancana Huasy

Eltern können Therapiestunden mit Engagement bezahlen

Einige Mütter engagieren sich im Zentrum: Einmal pro Woche helfen sie bei den anfallenden Arbeiten im Haus und bezahlen so die Therapiestunden ihrer Kinder. Durch die langjährige und gute Arbeit ist das Zentrum mittlerweile in Canto Grande und der ganzen Region Lima bekannt. Stolz tragen die Mitarbeiter ihre T-Shirts mit dem Logo der Einrichtung auch in der Öffentlichkeit. Im Viertel sind sie gern gesehen, und ihre Arbeit mit den Kindern wird geschätzt und geachtet. Die Mädchen und Jungen erfahren – oft zum ersten Mal –, dass sich jemand um sie und ihre Bedürfnisse kümmert und ihnen die Chance gibt, ein aktiver und respektierter Teil der Gemeinschaft zu werden.

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