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Libanon

Hilfe für Flüchtlingskinder

Als Kassem acht Jahre alt war, wurde seine Heimatstadt im Süden Syriens angegriffen. Sein Vater und seine drei Geschwister starben, als das Haus von einer Bombe getroffen wurde. Die schwangere Mutter und Kassem überlebten den Anschlag, doch für den Jungen hat sich seitdem alles verändert:
 Er verlor nicht nur den Großteil seiner Familie, sondern auch sein rechtes Bein.

Seit 2011 schon herrscht Bürgerkrieg in Syrien. Die Situation der Menschen ist nach wie vor dramatisch. Tausende erleben Gewalt und Terror, verlieren Familienangehörige. Vor allem Kinder leiden – viele kennen kein Leben ohne Krieg. So wie Kassems Familie fliehen zahlreiche Eltern mit ihren Kindern vor dem Krieg und suchen im Nachbarland Libanon Zuflucht.

Die schrecklichen Ereignisse liegen nun vier Jahre zurück. Kassem und seine Mutter kamen nach beschwerlicher Flucht über Damaskus ins Nachbarland Libanon. Seitdem lebt die kleine Familie in der Bekaa-Ebene. Kassems Bruder Hammud wurde dort geboren. Seine Mutter arbeitet als Aushilfe in einem Geschäft, doch ihr Lohn reicht kaum, um die Familie zu ernähren.

In den inoffiziellen Flüchtlingslagern in der Bekaa-Ebene leben die Familien unter prekären Bedingungen, ohne Strom und fließend Wasser. Die meisten Eltern haben kein Einkommen und können ihre Kinder nicht ausreichend ernähren.

So hilft unser Partner

Dass Kassem und viele andere Kinder heute wieder hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, haben sie dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst (Jesuit Refugee Service/JRS) zu verdanken. Der JRS bietet in seinen Zentren im Libanon nicht nur Unterricht an, sondern gibt syrischen Flüchtlingskindern ein Stück Alltag und Normalität zurück. Kassem hat in der Einrichtung des JRS bereits neue Freunde gefunden. Trotz seines Handicaps fühlt er sich akzeptiert und hat neues Selbstbewusstsein bekommen.

Mittlerweile hat der JRS in der Bekaa-Ebene drei Zentren für syrische Kinder aufgebaut, die vor Krieg und Gewalt aus ihrer Heimat fliehen mussten. Vor allem helfen Sozialarbeiter und Psychologen den Kindern, durch Traumatherapie das Erlebte zu verarbeiten. Jedes Kind bekommt in den Zentren darüber hinaus täglich eine gesunde Mahlzeit. Im Winter, wenn es im Libanon sehr kalt wird, werden die Kinder mit warmer Kleidung versorgt.

Viele von ihnen sind seit Jahren nicht mehr zur Schule gegangen. Gemeinsam mit den anderen Flüchtlingskindern lernen sie Englisch, Mathematik und Französisch und können an Freizeitangeboten teilnehmen. Der Unterricht bereitet die Kinder auf die reguläre Schule vor und gibt ihnen Stabilität und Sicherheit. Im gemeinsamen Spiel können sie wieder erleben, was es heißt, Kind sein zu dürfen. In der Gemeinschaft kommen die Kinder zur Ruhe und erholen sich körperlich und seelisch.