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Hungerkrise in Afrika – 1,4 Millionen Kinder vom Hungertod bedroht

Hungernde Kinder brauchen Hilfe

Nigeria, Somalia, Südsudan, Yemen – insgesamt 1,4 Millionen Kinder sind in diesen Ländern vom Hungertod bedroht. Auch in den umliegenden Ländern ist die Ernährungssituation angespannt. Besonders hart getroffen hat es den Südsudan.

„Die Menschen hungern massiv“, sagte Sebastian Kämpf, Entwicklungskoordinator der Diözese Wau im Nordwesten des Südsudans bei seinem Besuch im Kindermissionswerk in Aachen. „Das ist momentan meine größte Sorge. Vor allem für die Kinder ist das sehr gefährlich.“ Dank der Unterstützung der Sternsinger kann er Kinder und ihre Familien mit lebenswichtigen Nahrungsmitteln versorgen.

Laut UN-Angaben sind schätzungsweise 100.000 Menschen akut vom Hungertod bedroht, 4,9 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen. „Man schätzt, dass die Zahl bis April nochmal um eine Million nach oben gehen wird“, so Sebastian Kämpf. „Dann werden wir wahrscheinlich weit über sechs Millionen Hungernde haben – jeder Zweite wird dann definitiv hungern und um sein Leben kämpfen müssen.“

„Die Ernährungssituation der Menschen im Südsudan und in der gesamten Region ist nicht erst seit ein paar Wochen katastrophal“, weiß Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘. „Die vergangenen drei Jahre Bürgerkrieg haben nicht nur das Land destabilisiert, sondern auch zu enormen Ernteausfällen geführt. Vor allem mangelernährte Kinder und arme Familien, die aktuell aus eigener Kraft keinen Zugang zu Lebensmitteln haben, werden durch unsere Projektpartner in den Diözesen Wau sowie Rumbeck und El Obeid unterstützt“, so Krämer.

„Die Situation ist dramatisch“

Die Hilfe der Sternsinger sei für die Allerschwächsten nötiger als zuvor, sagte Kämpf. Das Kindermissionswerk unterstützt die Menschen mit Hilfe der langjährigen Projektpartner in der Region schon viele Jahre, aufgrund der Hungersnot derzeit besonders mit Lebensmitteln: Sorghumhirse, Erdnüsse, Öl, Zucker, Salz. Um Sicherheitsrisiken und hohe Transportkosten zu vermeiden, werden die Nahrungsmittel direkt in der Stadt Wau gekauft. Dort seien derzeit noch Lebensmittel erhältlich, bedingt durch die politische Lage, die Straßen- und Wetterverhältnisse allerdings zu extrem hohen Preisen.

Ein schon lange vor der Hungersnot geplanter Transport mit Medikamenten und Ausstattung für das Mary-Help-Krankenhaus in der Stadt Wau rollt in diesen Tagen an. In dem Krankenhaus werden derzeit mithilfe der Sternsinger 200 schwer unterernährte Kinder stationär betreut und mit Milchpulver ernährt. „250 Gramm Milchpulver haben früher umgerechnet rund zwei Euro gekostet, heute ist der Preis auf das Dreifache gestiegen“, machte Kämpf deutlich. „Die Situation ist dramatisch und wird noch schlimmer werden“, blickte Kämpf besorgt in die Zukunft, „ohne Nothilfe wird es 2017 nicht gehen.“

"Das wäre mein Traum!"

Trotz der ernsten Lage vor Ort verfolgt Sebastian Kämpf einen Traum: „Ich würde gerne eine Farm aufbauen, die von Studenten der Landwirtschaft betrieben wird und wo sich Bauern Tipps holen können. Durch den Krieg ist viel Wissen verloren gegangen. Neben Getreide und Erdnüssen könnten wir auch Gemüse anbauen und mit den Erträgen Schulspeisungen organisieren. Das Land hier ist fruchtbar, und wenn das Wetter mitspielt, kann man mit wenig viel erreichen.“


Nahrungsmittel für 43.000 hungernde Kinder und Jugendliche

Sternsinger helfen in Ostafrika mit 860.600 Euro

Mit Nothilfen in Höhe von insgesamt 860.600 Euro unterstützt das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ Familien im Südsudan, in Kenia und Burundi. Durch die Nothilfen können 43.000 Kinder und Jugendliche mit Grundnahrungsmitteln über einen Zeitraum von zunächst drei bis vier Monaten versorgt werden.

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