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Senegal

„Wir Kinder können gute Vorbilder sein“

Länderreferentin Annette Funke hat mit fünf Schülerinnen und Schülern des „Collège de la Petite Côte“ über ihr Engagement im Umwelt- und Ernährungsprojekt gesprochen.

Was gefällt euch am Umweltprojekt besonders gut?

Pape (14 Jahre): Wir lernen viel über unsere Umwelt. Wenn wir eines Tages keine Arbeit finden sollten, können wir uns mit dem Wissen etwas Kleines aufbauen, etwa einen Garten anlegen oder Hühner züchten.

Mamadou (15 Jahre): Dass wir auch andere Umweltprobleme beobachten und darauf hinweisen. Zum Beispiel sind manche Tierarten zurückgegangen, die Vögel sind fast verschwunden. Gut, dass die staatliche Meeresaufsicht verboten hat, bedrohte Tiere zu fangen und zu essen. Wenn man dich dabei erwischt, dann musst du ein Bußgeld zahlen.

 

Tröpfchenbewässerung und Aquaponie als Fischzucht: Sind diese Techniken neu für euch?

Claudine (15 Jahre): Diese Techniken haben wir zuvor noch nie gesehen, erst hier in
 der Schule. Es ist ein wichtiges Projekt. Wir lernen wie man den Boden richtig bearbeitet, wie man Gemüse ziehen und anbauen kann, welche Bewässerung sinnvoll ist, wie man Fische züchtet und Hühner mästet.

 

Wie funktioniert das System der Aquaponie?

Béatrice (16 Jahre): Das Wasser wird mit einer Pumpe von dem großen Fischbehälter
 in den kleinen Tank hoch gepumpt, es läuft dann in das Becken mit den Steinen, in das wir Gemüsepflanzen setzen, und wieder zurück in das Fischbecken. Wir müssen nur die Fische einmal am Tag füttern. Mit ihren Ausscheidungen düngen sie sozusagen das Wasser, und das Wasser düngt die Pflanzen durch das Kreislaufsystem.

 

Habt ihr vorher schon auf den Feldern und im Garten gearbeitet?

Alle: Ja, auf den Dörfern.

 

Was ist hier anders?

Mamadou: Die Technik ist eine andere. Die Tröpfchenbewässerung ist weniger anstrengend und aufwändig als mit der Gießkanne zu gießen. Man muss nur den Tank mit Wasser füllen und dann den Wasserhahn morgens und abends zwei Stunden öffnen und das Wasser gelangt durch die Schläuche automatisch tröpfchenweise zu den Pflanzen.

Paul (13 Jahre): Man braucht auch weniger Wasser. Die Pflanzen werden genau im Abstand von den kleinen Löchern in den Schläuchen gepflanzt, so dass die Wassertropfen genau an die Wurzeln gelangen und nicht der ganze Boden drumherum gewässert wird.

 

Wenn ihr die Wahl habt, hier im Schulgarten zu arbeiten oder Fußball zu spielen, was würdet ihr lieber tun?

Alle: Hierher kommen und im Garten arbeiten. Weil Fußball, das geht vorbei. Das hier ist unsere Umwelt, unser Leben.

 

Wie stellt ihr euch den Tag vor, wenn ihr zum ersten Mal einen hier gezüchteten Fisch mit nach Hause bringt?

Béatrice: Wir werden sehr froh und stolz sein. Wir werden zeigen und erklären, dass wir ihn gezüchtet haben!

Pape: Wir werden die Fische verkaufen und damit das Schulgeld der armen Schüler bezahlen


Senegal

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