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„Keine Angst vor Fremden, Flüchtlingen oder einer Islamisierung“  

Kardinal Kasper beim Fest der Weltkirche zur Verleihung des Karlspreises an Papst Franziskus – missio, MISEREOR, Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und Caritas fordern eine Globalisierung der Hoffnung

 

Prälat Dr. Klaus Krämer (links) und Kardinal Walter Kasper (zweiter von links) beim Fest der Weltkirche zur Verleihung des Karlspreises. Foto: Stephan Rauh/Kindermissionswerk.

Kardinal Walter Kasper hat am heutigen Samstag im Aachener Dom die Menschen in Europa dazu aufgerufen, keine „Angst vor Fremden, Flüchtlingen, vor dem Islam oder einer Islamisierung“ zu haben. Er unterstützte damit das Internationale Katholische Missionswerk missio, MISEREOR, das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und die Caritas, die ein Fest der Weltkirche im Herzen Aachens zum Thema Flucht weltweit mit rund 2.500 Gästen feierten. Das Fest bereitete die Verleihung des Karlspreises Aachen für die Einheit Europas am 6. Mai an Papst Franziskus vor.

Kardinal Kasper sagte in einem Pontifikalgottesdienst, das Angst und Furcht Menschen nur blockiere. Es sei falsch, wenn sich Europa „einigeln“ wolle. Dagegen sollten gerade Christen „Menschen der Zuversicht, der aktiven Hoffnung und der weltgestaltenden erfinderischen Liebe sein“, so Kasper. Europa sei nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges genau mit dieser Zuversicht, Hoffnung und Liebe aufgebaut worden. Dies sei auch angesichts heutiger Krisen möglich. Papst Franziskus ermutige die Menschen, und dies werde durch den Karlspreis zum Ausdruck gebracht, dass Europa sich auf seine Ideale besinnen und gegen die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ aufstehen müsse, so Kasper.

Einsatz der Menschen in Deutschland ist „Signal der Hoffnung“
Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident von missio und Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘, zeigte sich über die Resonanz auf das Fest der katholischen Hilfswerke begeistert. Davon gehe ein „wichtiges Signal der Hoffnung“ aus und zeige, wie viele Menschen in Deutschland und Europa sich für Flüchtlinge einsetzten. Europa brauche „keine Zäune, sondern den Mut und die Vernunft, respektvoll mit Menschen umzugehen“, so Krämer. „Ich freue mich sehr über das große Interesse, das unsere Informationen über die MISEREOR-Projekte im Libanon geweckt haben. Etwa ein Drittel der dortigen Bevölkerung sind Flüchtlinge. Für ihre Versorgung benötigen wir weiter dringend Spenden“, sagte MISEREOR-Geschäftsführer Thomas Antkowiak. „Mich hat die Predigt von Kardinal Kasper und sein Aufruf beeindruckt, keine Angst zu haben. Das bestärkt uns in unserer Arbeit, auf Flüchtlinge in Deutschland zuzugehen und sie zu unterstützen“, so Bernhard Verholen, Vorstand des Caritasverbandes für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land.

Als Vertreter einer lebendigen Weltkirche informierten die katholischen Hilfswerke in Aachen über ihre Flüchtlingsarbeit in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien – und wie sie in Deutschland für die Lage von Flüchtlingen weltweit das Bewusstsein schärfen. Schließlich gelangen nur etwa fünf Prozent der weltweit 60 Millionen Flüchtlinge nach Europa. MISEREOR stellte seine Unterstützung der Projekte für Flüchtlinge in Syrien, dem Irak und Libanon vor. Dazu zählen zum Beispiel schulische Förderung oder psychotherapeutische Hilfe für traumatisierte Menschen. Dazu konnten die Besucher eine Ausstellung des Aachener Fotografen Eric Greven mit dem Titel „Entkommen“ sehen, der im Libanon auf Flüchtlinge getroffen ist.

„Leben retten!“ – Solidarität mit Flüchtlingskindern

Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ lud zur Aktion „Leben retten! Wir wollen, dass keine Menschen auf der Flucht sterben!“ ein. Kinder konnten für ein Boot, das den gefahrvollen Weg der Flüchtlinge aus ihrer Heimat symbolisiert, Holzplanken gestalten. Auf diesen Planken konnten sie Wünsche für Flüchtlingskinder in aller Welt hinterlassen und so ihre Solidarität ausdrücken. Dieses Boot wird zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni auch in Brüssel im Europaparlament präsentiert.

missio Aachen bot den Besuchern die Möglichkeit, sich mit einer lebensgroßen Figur von Papst Franziskus auf dem Hintergrund eines Bildes mit der Botschaft „Ich stehe an der Seite der Flüchtlinge weltweit“ fotografieren zu lassen. Weiter lud missio zum Besuch des Flucht-Trucks ein. Dort konnten die Besucher in die Rolle eines Flüchtlings im Osten des Kongos schlüpfen, der nach einem Überfall auf sein Dorf fliehen muss. Damit spürten sie gleichsam am eigenen Leib, wie belastend eine Flucht für Menschen ist. missio Aachen informierte zudem darüber, dass das Hilfswerk 2014/15 rund 4,9 Millionen Euro in die Flüchtlingsarbeit seiner Partner im Nahen und Mittleren Osten, Afrika und Asien investiert hat.

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