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Kindesschutz in der digitalen Welt

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger’ will Mädchen und Jungen vor Gefahren im Internet schützen

Im Gespräch auf dem Petersplatz: Pater Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums an der Gregoriana (li.), und Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ (re.), kurz vor der Übergabe der Erklärung an Papst Franziskus.

 

Der Kampf gegen Mobbing, Erpressung und sexuellen Missbrauch von Minderjährigen im Internet waren die Themen eines internationalen Kongresses, der heute in Rom mit einer Audienz der Teilnehmer bei Papst Franziskus endete. An der hochrangig und international besetzten Konferenz „Child Dignity in the Digital World“ in der Jesuiten-Universität Gregoriana nahmen auch Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’, und Vorstandsmitglied Dr. Franz Marcus teil. Zum Abschluss überreichten die Teilnehmer dem Heiligen Vater eine Erklärung, mit der sie die gesellschaftlich Verantwortlichen in aller Welt – Staats- und Regierungschefs, Parlamentarier und Internet-Unternehmen – beim Kindesschutz in der digitalen Welt in die Verantwortung nehmen. „Als Folge von schmerzhaften Erfahrungen und der sich daraus ergebenden Aufarbeitung, fühlt sich die Kirche heute besonders herausgefordert, sich sehr intensiv und beharrlich für den Schutz und die Würde von Minderjährigen einzusetzen. Und dies nicht nur in ihren eigenen Reihen, sondern gemeinsam mit der Gesellschaft und in der ganzen Welt“, sicherte Papst Franziskus den Teilnehmern seine Unterstützung im Kampf gegen Kindesmissbrauch im Internet zu.

In der heute veröffentlichten Erklärung heißt es unter anderem: „Jedes Kind ist einzigartig, wertvoll und kostbar, und jedes Kind hat ein Recht auf Würde und Sicherheit. Doch heute scheitert die globale Gesellschaft im Umgang mit ihren Kindern. Millionen von Kindern werden in tragischer und unaussprechlicher Weise missbraucht und ausgebeutet. Wir müssen sicherstellen, dass alle Kinder einen sicheren Zugang zum Internet haben, um ihre Bildung, die Kommunikation und die Verbindungen untereinander zu verbessern.“

Kindermissionswerk: Im Verbund mit Partnern Missbrauch bekämpfen

Der Kongress, den das Zentrum für Kindesschutz (Centre for Child Protection) an der päpstlichen Universität Gregoriana vorbereitet und ausgerichtet hatte, wurde vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger’ mit 100.000 Euro gefördert. „Unsere Verantwortung für benachteiligte Mädchen und Jungen in aller Welt endet nicht an den Türen der von uns unterstützten Projekteinrichtungen. Wir wollen alles dafür tun, dass Kinder weltweit auch vor den Gefahren des Internets geschützt werden“, machte Prälat Dr. Klaus Krämer am Freitag in Rom deutlich. „Armut oder die generelle Missachtung von Kinderrechten in einer Gesellschaft sind Faktoren, die Kinder im Internet zu noch wehrloseren Opfern von Misshandlung und Missbrauch machen. Die Konferenz hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns mit der Unterstützung des Heiligen Vaters und im Verbund mit kirchlichen und gesellschaftlichen Partnern diesem Thema ernsthaft und nachhaltig widmen.“

Präventionsarbeit weltweit

Der Verantwortung für den Kindesschutz in aller Welt stellt sich das Hilfswerk der Sternsinger indes nicht nur im Themenbereich Internet. Zu Beginn des Jahres unterzeichnete man eine zunächst auf fünf Jahre befristete Kooperationsvereinbarung mit dem Zentrum für Kindesschutz an der römischen Universität. Ziel ist es, den Kindesschutz in den Ortskirchen Afrikas, Asiens und Ozeaniens, Lateinamerikas sowie Ost- und Mitteleuropas durch Schulungs- und Präventionsmaßnahmen nachhaltig zu verbessern. Dr. Franz Marcus, Vorstandsmitglied im Kindermissionswerk, besucht als Beratungsfachkraft Bischofskonferenzen, Ordensleitungen, katholische Universitäten und Priesterseminare in aller Welt, um auf breiter Basis Partner zum Schutz von Mädchen und Jungen zu gewinnen und unter anderem Kindesschutzzentren aufzubauen.

Jährlich 2.200 Projekte weltweit
Rund 2.200 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 76,6 Millionen Euro standen dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland 2016 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 112 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben.

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PM 24-2017
Röm

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Das Sternsingen ist im Dezember 2015 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.