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Königlicher Besuch bei EU-Parlamentspräsident Martin Schulz

Sternsinger aus sieben Ländern fordern mehr Engagement für Flüchtlinge

Großer Moment: Gruppenfoto aller Sternsinger aus sieben Nationen mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.

Brüssel. „Eure Botschaften, die ihr heute als Sternsinger aus eurer christlichen Verantwortung hier ins Europaparlament gebracht habt, sind wichtiger als je zuvor.“ Mit persönlichen Worten bedankte sich EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sichtlich bewegt bei 25 Mädchen und Jungen aus sieben europäischen Ländern, die ihm am Dienstag, 12. Januar, den Sternsingersegen „20*C+M+B+16 – Christus segne dieses Haus“ brachten. „Auch wir hier im Europaparlament spüren, dass wir in bewegten Zeiten leben.  Euer Besuch heute war deshalb ein wichtiger Augenblick für mich. Ich gebe zu, dass ich noch nie in meiner politischen Laufbahn eine so schwierige Zeit erlebt habe, wie wir sie zurzeit erleben“, gab Schulz offen zu.

Fluchtursachen wirksam bekämpfen
Zuvor hatten die jungen Königinnen und Könige mit Blick auf die vielen hunderttausenden Flüchtlinge, die derzeit nach Europa kommen, deutlich gemacht, dass alle Flüchtlinge offen und mit Respekt behandelt werden müssten. Gleichzeitig stellten die Mädchen und Jungen ihren Einsatz als Sternsinger für Kinder in Kriegs- und Krisenregionen heraus und forderten Schulz auf, die politischen Beziehungen zu den Ländern in der Einen Welt so zu gestalten, dass Fluchtursachen bekämpft würden und nicht immer mehr Kinder und Erwachsene ihre Heimat verlassen müssten. „Wir möchten, dass Kinder in ihrer Heimat in Sicherheit leben können und bessere Zukunftschancen haben. Jedes Kind sollte zur Schule gehen können. Jedes Kind braucht medizinische Versorgung“, forderten die Mädchen und Jungen konkret.

Sternsinger aus sieben europäischen Ländern
Die Sternsinger aus Deutschland, Österreich, Südtirol/Italien, Ungarn, Rumänien, Serbien und Belgien erhielten auch eine persönliche Spende des Parlamentspräsidenten, die die Sternsinger aus Südtirol stellvertretend entgegen nahmen. Die deutschen Sternsinger wurden in Brüssel von vier Mädchen aus der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Bad Neustadt a.d. Saale-Brendlorenzen (Bistum Würzburg) vertreten. Die österreichischen Kinder kamen aus der Pfarre Jennersdorf in der Diözese Eisenstadt, die italienischen aus der Pfarrei Obermais bei Meran in Südtirol und die belgischen aus dem Pfarrverband Amel im ostbelgischen Ort Schoppen. Bereits zum achten Mal seit 2008 trugen die kleinen und großen Könige ihren Segen in das Europaparlament.

Im Anschluss besuchten die Sternsinger das Büro der COMECE, der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft. Am Mittwoch, 13. Januar, besuchen die Sternsinger aus Bad Neustadt zudem den deutschen EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger.

Rund 948 Millionen Euro, rund 68.600 Projekte
Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 948 Millionen Euro wurden seither gesammelt, rund 68.600 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 57. Aktion zum Jahresbeginn 2015 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.515 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten mehr als 45,5 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.

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DKS-Nr. 04 / 2016
HB

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Das Sternsingen ist im Dezember 2015 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.