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Lebensmittel für 16.100 Mädchen und Jungen

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ hilft Kindern im Südsudan mit 678.870 Euro

 

Mit einem Nothilfepaket in Höhe von 678.870 Euro unterstützt das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ über 19.000 Kinder im Südsudan.

Mit einem Nothilfepaket in Höhe von 678.870 Euro unterstützt das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ über 16.100 Kinder im Südsudan.

 

Aachen.  Mit einem Nothilfepaket in Höhe von 678.870 Euro unterstützt das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ 16.100 Mädchen und Jungen im Südsudan, die unter der sich immer weiter verschärfenden Ernährungskrise leiden. Ursächlich ist der seit Jahren anhaltende Bürgerkrieg. „Die Hungersnot ist von Menschen gemacht! Überall herrscht Krieg. Frauen werden vergewaltigt, Männer getötet und Kinder zu Sklaven gemacht“, zeichnet Macram Max Gassis ein düsteres Bild von der Situation in seiner Heimat. Der ehemalige Bischof der sudanesischen Diözese El Obeid war am Mittwoch im Kindermissionswerk in Aachen zu Gast. Mit der nach ihm benannten Stiftung („Bischop Gassis Relief and Rescue Foundation“, BGRRF) setzt er sich für die Menschen im Südsudan ein. Seine guten Kontakte nach Europa nutzt Bischof em. Macram immer wieder, um auf den Krieg und das Leid der Kinder in seiner Heimat aufmerksam zu machen. „Ohne die Hilfe des Kindermissionswerks würde unsere Unterstützung der Menschen gehindert, gar gelähmt und unvollständig sein!“

„Wir werden Bischof Macram Max Gassis selbstverständlich bei all seinen Anliegen weiterhin unterstützen“, erklärt Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks. „Die konkrete Hilfe für die Menschen in der Kriegsregion ist dabei genauso wichtig, wie unsere Rolle als Sprachrohr der sudanesischen Bevölkerung. Die Not der Frauen, Männer und Kinder darf einfach nicht in Vergessenheit geraten!“

328.000 Kilogramm Hirse und rund 25.000 Liter Speiseöl
Die Koordination der Nothilfen aus Aachen übernehmen Partner vor Ort, so die Caritas im Bistum Wau, die Salesianer Don Boscos und die „Bischof Gassis-Stiftung“. Neben Bohnen, Milch und Erdnüssen werden mehr als 328.000 Kilogramm Hirse, über 37.900 Kilogramm Zucker und rund 25.000 Liter Speiseöl im umkämpften Südsudan an 16.100 Kinder verteilt. So erhalten in Wau rund 2.000 besonders bedürftige Familien in den nächsten beiden Monaten Nahrungsmittelunterstützungen. Im benachbarten Nyanpath wird die Schulspeisung für 300 Grundschulkinder für ein Jahr sichergestellt. Das Kindermissionswerk stellt dazu Hilfen in Höhe von insgesamt 599.370 Euro zur Verfügung.

Das „Mary Help“-Krankenhaus in Wau benötigt dringend Zusatznahrung für mehr als 1.400 mangelernährte Kinder. Auch das Personal des Hospitals und rund 200 Studenten der Krankenhaus- und Hebammenschule müssen versorgt werden. Aufgrund der aktuell angestiegenen Patientenzahlen sind Sanitäreinheiten und der vorhandene Brunnen überlastet. Neue Toilettenanlagen und ein solarbetriebener Brunnen müssen gebaut werden, damit Patienten und Angehörige nicht auf zusätzliche Wasserversorgung aus Tümpeln außerhalb des Krankenhausgeländes angewiesen sind.

Grundnahrungsmittel bis zur nächsten möglichen Ernte
Darüber hinaus unterstützt das Hilfswerk der Sternsinger rund 700 Familien im südsudanesischen Teil der Diözese El Obeid. Mit 63.900 Euro werden vor allem Angehörige der Volksgruppe der Dinka versorgt, die vor den Angriffen anderer Ethnien in den Süden des Bistums fliehen mussten. Insgesamt 4.400 Kinder und 1.200 Erwachsene werden mit der Nothilfe erreicht. Die Salesianer Don Boscos in Wau betreuen rund 500 Familien, die nach vorangegangenen Unruhen zwar in ihre Häuser zurückgekehrt sind, sich aber aufgrund von Plünderungen und den extrem angestiegenen Lebenshaltungskosten nicht mehr selbst versorgen können. Um die Zeit bis zur nächsten möglichen Ernte zu überbrücken, werden die Familien mit Grundnahrungsmitteln unterstützt. Jede Hilfsmaßnahme wird begleitet von einem Hygieneprogramm, um dem Ausbruch von Cholera vorzubeugen.

Hintergrund: Blutiger Krieg um Macht und Ressourcen
Der Südsudan als jüngster Staat der Erde erlangte am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit. Bereits kurz zuvor waren in der wegen ihrer Erdölvorkommen umstrittenen Grenzregion der Nuba-Berge schwere Kämpfe zwischen Streitkräften und Anhängern der sudanesischen Volksbefreiungsarmee Nord (SPLAM-N) ausgebrochen. Seither terrorisiert die nordsudanesische Regierung die pro-südsudanesische Bevölkerung in den Nuba-Bergen immer wieder durch Bombenangriffe auf zivile Ziele.  Seit 2013 erleben die Menschen im Südsudan eine Eskalation der Gewalt. Felder konnten aufgrund der prekären Sicherheitslage nicht mehr bestellt werden, schätzungsweise 120.000 Menschen in der Stadt Wau, mehr als ein Drittel der Bevölkerung, wurden aus ihren Häusern vertrieben. Die Lebensmittelpreise sind seit Beginn der Unruhen dramatisch angestiegen. Viele Überlandstraßen sind durch Blockaden von Milizen und Soldaten gesperrt und die aktuelle Regenzeit sowie die daraus hervorgehenden Überflutungen machen die Straßen zusätzlich unpassierbar. Laut Angaben der Vereinten Nationen leiden aktuell sechs Millionen Menschen im Südsudan unter Nahrungsmittelknappheit.

Die weitere Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden:
Pax-Bank eG, Stichwort: Nothilfe, IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31, BIC: GENODED1PAX.

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PM 11-2017
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Unser Spendenkonto
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BIC: GENODED1PAX


Das Sternsingen ist im Dezember 2015 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.