Inhalt

Don Bosco Straßenkinderzentrum Lakay

Haiti - Zehn Jahre nach dem Beben

Haiti, 12. Januar 2010: Ein Erdbeben der Stärke 7,0 erfasst die Hauptstadt Port-au-Prince. Das Epizentrum ist gerade mal 25 Kilometer entfernt. Tausende Häuser und Straßen wurden zerstört. Schätzungsweise 200.000 Menschen kommen bei dem Beben ums Leben, die genaue Zahl ist bis heute unklar. Viele Mädchen und Jungen wurden zu Waisen.

„Auf einmal waren überall Verletzte und Tote.“

René (Name geändert) ist gerade mal fünf Jahre alt, als der Boden bebt. „Ich wusste nicht, was passierte, denn ich habe noch nie zuvor ein Erdbeben erlebt“, erzählt er. „Auf einmal waren überall Verletzte und Tote, ich war völlig schockiert.“ Renés Familie überlebte zwar das Erdbeben, doch ihr Haus wurde völlig zerstört. Daher zog er mit seiner Muter in eine provisorische Zeltstadt.

Die Zustände dort waren schrecklich und es gab zu wenig zu essen. „Dann habe ich meine Mutter bestohlen“, erzählt er beschämt. „Deswegen bin ich abgehauen und lebte von da an auf der Straße.“ Um über die Runden zu kommen, musste René betteln und stehlen bis er schließllich Arbeit als Ausrufer und Kassierer in einem Sammeltaxi gefunden hat. Der Fahrer bezahlte ihn, gab ihm zu essen und nachts durfte René in dem Taxi schlafen.

Sechs Jahre lang hat René auf der Straße gelebt, bevor er von einem Streetworker angesprochen wurde und im Don Bosco Straßenkinderzentrum Lakay Hilfe fand, das seit 2016 Partnerprojekt des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger’ ist. La Rue – Lakou – Lakay, so heißen die drei Stationen, die Straßenkinder in dem Projekt durchlaufen: Die Straße – der Hof – das Zuhause. Behutsam bauen die Streetworker in der ersten Phase Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen auf. Dann folgt Phase zwei: der Hof. Hier bekommen die Straßenkinder etwas zu essen, können sich waschen oder sich ausschlafen. Sie können die Einrichtung aber jederzeit auch wieder verlassen. Lakou richtet sich nach den Bedürfnissen der Kinder – ohne Verpflichtungen oder Zwang. Sobald sich die Kinder entschieden haben, nicht mehr auf der Straße zu leben, beginnt die dritte Phase: Lakay.

„Lakay ist wie eine Familie für mich.“

Mit rund hundert anderen Jungen wohnt René im Straßenkinderzentrum Lakay in Cap-Haïtien, einer Hafenstadt im Norden der Karibikinsel Haiti. In Lakay leben die Jungen als große Gemeinschaft zusammen, nach drei Grundsätzen: nicht lügen, nicht stehlen und andere respektieren. Sie essen und wohnen gemeinsam und beteiligen sich an den täglichen Arbeiten. Sie gehen zur Schule und können eine Ausbildung als Elektriker, Mechaniker, Tischler oder Schneider machen. „Lakay ist wie eine Familie für mich und ich habe hier viele Freunde gefunden“, erzählt René.

René lebt nun seit zwei Jahren in der Einrichtung und macht eine Ausbildung zum Schneider. Aber eigentlich ist Fußball die große Leidenschaft des 15-Jährigen, dessen größter Traum ist es, später einmal als Torwart der haitianischen Nationalmannschaft auf dem Spielfeld zu glänzen. Falls daraus aber nichts wird, hat er noch seinen zweiten Traum, den er gern verwirklichen würde: „Ich will eine eigene Schneiderei eröffnen und viel und gut arbeiten. Ich hoffe, dass viele Menschen zu mir kommen und mir vertrauen werden.“

Die Republik Haiti ist das ärmste Land in Lateinamerika. Straßenkinder gehören zum Alltagsbild der haitianischen Großstädte, wobei vor allem Jungen auf der Straße leben. Meistens sind sie in Gruppen unterwegs, da es allein zu gefährlich ist. Viele schnüffeln Klebstoff oder trinken Alkohol, um den harten Alltag zu überstehen.  Lakay bietet den Jungen ein sicheres Zuhause und neue Perspektiven. Auch wenn die Jugendlichen mit Beginn der Volljährigkeit das Projekt verlassen, werden sie danach noch einige Zeit betreut.

So helfen ,Die Sternsinger’ in Haiti

Nach dem Erdbeben 2010 unterstützte das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ die Partner vor Ort vor allem beim Wiederaufbau von Schulen in und um Port-au-Prince. Darüber hinaus war die Traumabewältigung vieler Mädchen und Jungen ein Förderschwerpunkt. Aktuell unterstützt das Hilfswerk der Sternsinger in Haiti jährlich mehr als 30 Projekte mit einer Fördersumme von etwa 2,5 Millionen Euro. Dabei stehen Programme zum Kindesschutz und zur Umsetzung von Kinderrechten im Mittelpunkt der Förderung. Die Projektpartner arbeiten in den Einrichtungen vor allem mit Straßenkindern. Sie betreuen die Mädchen und Jungen psychologisch und stärken sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Helfen Sie Kindern wie René

Ihre Spende
Bitte wählen Sie aus, in welchem Rhythmus Sie spenden möchten.
Ihre Adressdaten
Ihre Bankverbindung
Mit dem IBAN-Rechner der Pax-Bank können Sie IBAN und BIC berechnen.
Prüfen und abschicken
Unser Spendenkonto
IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31
BIC: GENODED1PAX