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Sternsinger-Segen für das Bundeskanzleramt

„Ihr seid jung, aber ihr bewegt viel“

„Dieses Erlebnis werde ich mein Leben lang nicht vergessen!“ Freude und auch ein wenig Erleichterung klingen in Marie-Luises Stimme mit, als sie sich mit strahlenden Augen den vielen Kamerateams zuwendet, die zum Empfang der Sternsinger ins Bundeskanzleramt gekommen sind. Bereits zum zwölften Mal empfing Bundeskanzlerin Angela Merkel am 9. Januar 2017 über 100 Sternsinger aus den 27 deutschen Bistümern. Die Kinder und Jugendlichen vertraten in Berlin alle Mädchen und Jungen, die sich rund um das Dreikönigsfest bundesweit an der 59. Aktion Dreikönigssingen beteiligen.

Der Sternsingerin Marie-Luise (16) wurde bei dem Empfang eine ganz besondere Ehre zuteil: Zusammen mit Emma (10), Jost (14) und Sandro (11) aus der Bochumer Gemeinde St. Anna im Bistum Essen durfte sie Bundeskanzlerin Merkel den Segen bringen und ihn mit Kreide an eine besondere Stelle im Kanzleramt schreiben: 20*C+M+B+17. „Christus segne dieses Haus – im Jahr 2017“, sagte Sandro den Segensspruch mit fester Stimme auf.

Merkel würdigt das Engagement der Sternsinger

In ihrer Rede bedankte sich Kanzlerin Merkel bei den 108 Kronenträgern, die aus ganz Deutschland die Reise nach Berlin angetreten hatten. Ihr Dank galt auch den über 300.000 Sternsingern, die in diese Tagen bundesweit von Tür zu Tür gehen und den Segen in die Haushalte Deutschlands bringen. „Ihr seid jung, aber ihr bewegt schon viel“, würdigte die Regierungschefin das Engagement der Jungen und Mädchen. „Ihr seid fröhlich und hoffnungsvoll hier, aber mit einer sehr ernsten und klaren Botschaft.“

 Nach einem festen Händedruck und einem Gruppenfoto aller Bistumsgruppen mit der Kanzlerin stellten Jasper (13) und Charlotte (13) aus Lichtenrade der Regierungschefin in einem kleinen Anspiel das Schwerpunktthema der 59. Aktion Dreikönigssingen vor: „Gemeinsam für Gottes Schöpfung – In Kenia und weltweit“.

Gemeinsame Verantwortung für das Gleichgewicht in der Welt

Spielerisch erklärten die beiden Kronenträger, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Familien und Kinder in der Turkana im Norden Kenias hat. Als symbolisches Geschenk übergaben Jasper und Charlotte der Kanzlerin eine kleine selbstgebaute Waage aus Afrika. „Die Erde muss im Gleichgewicht sein, damit alle auf und von ihr leben können. Bitte nehmen Sie das mit zu Ihren Kollegen in der Weltpolitik“, bat Charlotte die Regierungschefin. „Die Waage erinnert uns daran, dass wir für dieses Gleichgewicht Verantwortung tragen“, so die Sternsingerin aus Lichtenrade.

Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), ergänzte im Anschluss: „In diesem Jahr machen die Sternsinger auf die Situation von Menschen im Norden Kenias, der Turkana, aufmerksam. Diese Menschen leiden am meisten unter den Folgen des Klimawandels, auch wenn sie am wenigsten zu den Ursachen beitragen.“ Papst Franziskus finde dazu in seiner Enzyklika „Laudato Si“ klare Worte. „Alle können wir als Werkzeuge Gottes an der Bewahrung der Schöpfung mitarbeiten“, zitierte der BDKJ-Bundespräses den Papst.

Die Botschaft der Sternsinger in diesem Jahr ist klar: „Wir sagen Ja zur Schöpfung“. Und das sangen die 108 kleinen Könige auch aus vollen Kehlen. Unterstützt wurden sie dabei tatkräftig von Bundeskanzlerin Merkel, die sich in der Mitte der Schar aus Kronen, Sternen und bunten Gewändern platziert hatte.

Dass der Schutz von Kindern weltweit auch der Kanzlerin ein besonderes Anliegen ist, zeigte die erste Frau im Staat mit ihrer großzügigen Spende an eine Vorschule in der Region Turkana in Kenia, dem Schwerpunktland der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen.

„Gloria, es ist Sternsingerzeit“, erschallt es zum Schluss in lauten Tönen durch das Bundeskanzleramt. Eigentlich herrsche dort immer eine arbeitsame Stille, so Kanzlerin Merkel. „Aber wenn ihr da seid, verändert sich die Stimmung. Ihr seid im ganzen Haus nicht zu übersehen und nicht zu überhören“ – typisch Sternsinger eben.

Sternsinger-Projekt 2017

Zukunft für die Turkana-Kinder

Familien leiden unter Hunger, Kinder sind unter- und mangelernährt. Die Lebensbedingungen in der kenianischen Region Turkana werden zunehmend lebensfeindlicher. Grund dafür ist der Klimawandel. Genau den nimmt die Sternsingeraktion 2017 in den Blick. Im Beispielland Kenia haben unsere Projektpartner gleich mehrere Ansätze, um dem weitgreifenden Wandel entgegenzuwirken.

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