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Zur aktuellen Situation im Libanon

Der Druck auf syrische Flüchtlinge wächst

Als wir im vergangenen Jahr im Libanon für die Aktion Dreikönigssingen 2020 recherchiert haben, war allerorten zu spüren, dass die Menschen vor großen Herausforderungen stehen. Wir waren beeindruckt davon, wie sich unsere Projektpartner und die Kinder und Jugendlichen für Frieden und Verständigung einsetzen. Davon berichten wir in unserem Film und den weiteren Materialien zur Sternsingeraktion unter dem Motto „Frieden! Im Libanon und weltweit“.

Materialien zur Sternsingeraktion

Die Freunde Rabella und Raman sind auf dem Plakat zur Sternsingeraktion 2020 zu sehen. Sie leben im Beiruter Stadtteil Bourj Hammoud, zusammen mit vielen Menschen unterschiedlicher Herkunft - und das auf engem Raum. Das führt regelmäßig zu Konflikten. Die Materialien zur Aktion 2020 erzählen ihre Geschichte.

Mehr : Materialien zur Sternsingeraktion

Der Druck auf syrische Flüchtlinge im Libanon steigt

Inzwischen sind einige Monate vergangen und im Libanon hat sich, gerade für geflüchtete Menschen, manches verändert: Das gesellschaftliche Klima ist rauer geworden, die Anfeindungen haben zugenommen. Was bedeutet das konkret?

 

Offene Feindseligkeiten

Die anfangs überwiegende Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen in der libanesischen Bevölkerung schlug vielerorts nach und nach in Ablehnung um: Flüchtlinge werden als Konkurrenz auf dem ohnehin knappen Arbeits- und Wohnungsmarkt gesehen und für die Überlastung der Infrastruktur, die Zunahme der Kriminalität und die Radikalisierung des politischen Klimas verantwortlich gemacht. Offene Feindseligkeiten gegen Syrer sind inzwischen an der Tagesordnung.

Seit Beginn des Jahres 2019 ergreifen die libanesischen Behörden verstärkt Maßnahmen, die die Situation der Flüchtlinge immer schwieriger machen und den Druck auf sie erhöhen, nach Syrien zurückzukehren. Zu diesen Maßnahmen zählen:

Razzien, Entlassungen, Entzug der Arbeitserlaubnis

Libanesische Sicherheitsbehörden führen zunehmend Razzien durch und zwingen Syrer ohne Arbeitserlaubnis, ihre kleinen Geschäfte zu schließen, mit denen sie sich über Wasser zu halten versuchen. Eine Arbeitserlaubnis ist für Flüchtlinge in der Regel jedoch kaum zu bekommen. Zudem wird auf libanesische Arbeitgeber Druck ausgeübt, illegal tätige Syrer zu entlassen.

Abriss von Unterkünften

Im April 2019 ordneten die libanesischen Sicherheitsbehörden an, dass Flüchtlinge ultimativ bis Ende Juni alle provisorischen Bauten aus Stein abbrechen und durch Behausungen aus provisorischen Materialien wie Zeltplanen ersetzen müssen. An zahlreichen Orten kam es nach Ablauf des Ultimatums zum gewaltsamen Abriss von Behausungen durch libanesische Sicherheitskräfte. 


Abschiebungen ohne gerichtliche Prüfung


Im April 2019 entschied der Oberste Verteidigungsrat des Libanons, alle Syrer des Landes zu verweisen, die nicht legal eingereist waren. Hunderte Syrer wurden seitdem in ihr Herkunftsland abgeschoben – ohne ordentliches Verfahren und ohne die Möglichkeit, ihre Abschiebung vor einem Gericht anzufechten.

Willkürliche Verhaftungen

Seit Anfang des Jahres kommt es verstärkt zu willkürlichen Verhaftungen syrischer Flüchtlinge. Nach übereinstimmenden Berichten kommt es im Polizeigewahrsam zu Misshandlungen und Erniedrigungen; vereinzelt werden Flüchtlinge ohne Gerichtsverfahren und ohne Angabe von Gründen in staatlichen Gefängnissen festgehalten.

An der Seite der Sternsinger-Partner

Alle diese Entwicklungen besorgen uns zutiefst. Umso wichtiger ist es, dass wir weiter an der Seite unserer Partner im Libanon stehen. Mit ihnen setzen wir uns für das Recht aller Kinder und aller Familien auf ein Leben in Würde ein. Dazu gehört die Achtung der Menschenrechte jedes Einzelnen ebenso wie Rechtssicherheit, körperliche und seelische Unversehrtheit – und letztlich der Friede, für den sich alle einsetzen müssen.

Stimmen unserer Projektpartner zur aktuellen Situation im Libanon

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