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Sternsinger bringen Gaben zum Altar im Petersdom

Neujahrsgottesdienst mit Papst Franziskus

Kurz nach dem Ende des Neujahrsgottesdienstes stand Johannes Gold erleichtert auf dem Petersplatz. „Es war großartig beim Papst. Es war toll und die Zeremonie war sehr feierlich“, erzählte der 16-Jährige am Neujahrstag in Rom sichtlich bewegt. „Es war ein Fest des Glaubens, finde ich.“ Die drei Sternsinger Vanessa Claar (12) und Johannes aus der Pfarreiengemeinschaft Ochtendung-Kobern im Bistum Trier sowie Maria Winder (12) aus dem Seelsorgeraum Dornbirn im österreichischen Bistum Feldkirch hatten am ersten Tag des neuen Jahres aber auch wahrlich eine bewegende Aufgabe. In ihren Sternsingergewändern trugen sie Brot und Wein zum Altar im Petersdom.

„Ich habe voll gezittert. Es war sehr aufregend. Als ich oben war, hat der Papst gesagt, der Herr segne dich“, freute sich Maria über die persönliche Ansprache von Papst Franziskus. Vanessa, Johannes und Maria gehörten zu den 23 Sternsingern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, der Slowakei, aus Ungarn und aus Südtirol (Italien), die den Jahreswechsel in Rom verbracht hatten und am Sonntag, 1. Januar, den Neujahrsgottesdienst mit dem Heiligen Vater feiern durften. Erstmals reisten die kleinen und großen Könige aus verschiedenen europäischen Ländern an. Gemeinsam hatte man unter anderem die Päpstliche Schweizergarde besucht und am Silvestertag eine Messe in der Deutschen Gemeinde im Campo Santo Teutonico gefeiert. Bereits zum 13. Mal seit 2001 durften an Neujahr Sternsinger bei der Gabenprozession im Petersdom dabei sein. „Ich fand es sehr schön und würde es gerne noch einmal miterleben“, berichtete Vanessa nach dem Gottesdienst mit strahlenden Augen.

Inhaltlich setzte Papst Franziskus im Gottesdienst ganz bewusst zum Jahresbeginn ein erneutes Zeichen des Friedens: Gewaltfreiheit müsse zum Stil einer Politik für den Frieden werden, so sein Leitwort zum Weltfriedenstag am 1. Januar, der in diesem Jahr zum 50. Mal begangen wurde. Schon am Silvesterabend hatte Papst Franziskus darüber hinaus auch besonders die Jugend in den Blick genommen. Beim traditionellen Abendgebet hatte er Gläubige zur Unterstützung von jungen Menschen aufgefordert. Diesen müsse geholfen werden, in der Welt eine Bestimmung zu finden.

Der Friedensbotschaft und dem Engagement für die Jugend schließen sich die Sternsinger mit ihrem Einsatz für benachteiligte Kinder in aller Welt gerne an. „Die Sternsinger bringen den Neujahrssegen in die Häuser der Menschen, das ist ein Zeichen der Hoffnung. Und deswegen freuen wir uns, dass der Papst uns mit seinem Segen auf den Weg schickt“, machte Prälat Dr. Klaus Krämer deutlich. Der Präsident des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger‘, der die sechs Gruppen in Rom und zum Gottesdienst begleitet hatte, betonte: „Die Sternsinger spüren in Rom, dass sie Teil einer großen, weltweiten Gemeinschaft sind. Es ist ein großartiges Erlebnis von ‚Kirche sein’ weltweit.“

Im Anschluss an den Segen auf dem Petersplatz wurden die Königinnen und Könige aus dem Bistum Trier wieder selbst zu Segensbringern. „20*C+M+B+17“ schrieben sie an die Wohnungstür von Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, und an die Tür des emeritierten Kurienkardinals Walter Kasper. Für die sieben Sternsinger aus Ochtendung-Kobern wurde der Neujahrstag zum Auftakt für ein sicherlich ereignisreiches Jahr. Im Dezember 2017 ist ihre Heimatdiözese Gastgeber der bundesweiten Eröffnung der nächsten Aktion Dreikönigssingen. Zahlreiche Mädchen und Jungen werden dann im Südwesten der Republik erwartet.

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Das Sternsingen ist im Dezember 2015 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.