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Proteste im Libanon

Stimmen unserer Projektpartner

Adyan-Stiftung

2006 von Christen und Muslimen gegründet, setzt die Adyan-Stiftung auf Bildung und Dialog, um das Misstrauen zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen abzubauen. Im Alwan-Programm beschäftigen sich Jugendliche an 42 libanesischen Schulen mit Fragen der Weltreligionen und der eigenen Identität. 

Update vom 12. Dezember 2019

„Adyan verfolgt die politischen Entwicklungen im Land und versucht sich als Organisation für eine bessere Regierung und eine stärkere nationale Einheit gegen Korruption einzusetzen. Wir bemühen uns auch, unsere unterschiedlichen Netzwerk-Mitglieder zu unterstützen - seien es die Jugend, Freiwillige, Botschafter oder religiöse Führer. Wir möchten ihnen den nötigen sicheren Raum bereitstellen, um sich gemeinsam und demokratisch über die aktuelle Entwicklung auszutauschen.

Wir sind stolz zu sehen, wie hoch das zivilgesellschaftliche Bewusstsein der Mitglieder in unserem Netzwerk ist. Sie sind sehr stark an den Protesten beteiligt - und das auf eine kreative und friedfertige Weise. Die meisten der jungen Leute sind ehemalige Alwan-Schüler. Das zeigt uns, dass das Programm langfristige Auswirkungen auf sie hat.“

Statement vom 25. Oktober 2019

„Das libanesische Volk hat in der schwierigen Situation der Wirtschaftskrise Verantwortungsbewusstsein gezeigt und entsprechend des gemeinsamen Interesses gehandelt.

Genau dies ist die aktive Staatsbürgerschaft, für die Adyan sich seit Jahren einsetzt, in Schulen, Universitäten, der Zivilgesellschaft. Dabei geht es darum, dass der Bürger aktiv am öffentlichen Leben teilnimmt und sich dabei für das Gemeinwohl, nicht für die Interessen einzelner einsetzt.

Die Adyan Foundation steht unseren Bürgern dabei zur Seite, die Korruption im Staat und in den Institutionen zu bekämpfen. Wir begleiten die Bürger auf dem Weg hin zu einer verantwortungsvollen Staatsführung, die auf Transparenz und Rechenschaftspflicht beruht. Hin zu einem Staat, der Würde und Gerechtigkeit für alle gewährleistet und dabei die Menschenrechte achtet, Vielfalt zulässt und Gewalt ablehnt.“

Caritas Libanon

Um Kinder vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen und ihre Entwicklung zu fördern, organisiert die Caritas Libanon in Bourj Hammoud, einem Stadtteil von Beirut, ein Bildungsprogramm für rund 100 Schüler im Alter von 6-17 Jahren. Bei der Nachmittagsbetreuung erhalten die Kinder und Jugendlichen Hilfe bei den Hausarbeiten, gezielte Nachhilfe und die Möglichkeit, in einem geschützten Raum verschiedene Freizeitaktivitäten ausüben zu können.

Update vom 12. Januar 2020

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SIR gibt der libanesische Caritas-Präsident Pater Paul Karam einen Eindruck von der aktuellen Lage:

Laut Aussage von Karam gibt es seit dem 6. Januar wieder Proteste in Beirut. Die Demonstranten fordern die Bildung einer arbeitsfähigen Regierung und Reformen, die das Land aus der Finanzkrise führen sollen. Inzwischen leben 39,5 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. 2011 waren es noch 6,5 Prozent. Löhne seien gesunken, Lebensmittelpreise dagegen gestiegen. Rund 1,5 Millionen Menschen müssen im Monat mit weniger als 108 Euro auskommen. Wörtlich sagt der Caritas-Präsident: „Die Mächtigen führen ihre Spiele aus. Wer zahlen muss, sind die Schwächsten, die nicht das Nötige zum Leben haben.“ Verantwortlich für diesen Umstand sei die korrupte Regierung. Sie habe sich ab 1989 mehr um ihr persönliches Wohlergehen gekümmert als um das Wohl des Volkes. In einer Erklärung haben sich nun die maronitischen Bischöfe an die Politik gewendet mit der Bitte den Zusammenhalt im Land zu wahren und den Libanon von aktuellen Kriegswirren im Nahen Osten fernzuhalten. Caritas Libanon versteht den Hilfeschrei der Menschen, die auf die Straßen gehen, und möchte ihn auf nationaler wie internationaler Ebene vertreten.

Den kompletten Artikel können Sie nachlesen auf Vatican News.

Statement vom 12. Dezember 2019

„Die politische Situation im Libanon ist immer noch instabil. [...] In verschiedenen Gebieten finden immer noch Straßensperrungen, Proteste und Streiks statt. Leider verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation weiterhin: Viele Unternehmen wurden geschlossen, viele Mitarbeiter erhalten nur das halbe Gehalt oder wurden sogar entlassen. [...] Dementsprechend ist die Anzahl derer, die unsere Hilfe brauchen, gestiegen und die Rolle der Caritas, die Armen zu unterstützen, wird immer wichtiger. Die Zahl der Menschen, die unsere Zentren besuchen und um eine Grundversorgung bitten, wächst. Deshalb versuchen wir, mit unseren Angeboten so gut wie möglich zu helfen. 

Unsere Nachmittagsbetreuung ist auf unterschiedliche Art und Weise betroffen - insbesondere in Bourj Hammoud:

- Sicherheit: Aufgrund einer Straßensperre und der riskanten Sicherheitslage wurden die Schulen für fast zwei Wochen in Folge geschlossen, danach für mehrere Tage. Daher schickten die Eltern ihre Kinder nicht zur Nachmittagsbetreuung. Darüber hinaus herrscht im Land Benzinmangel, so dass Mitarbeiter und Schüler keinen Zugang zu den Schulen haben.

- Verzögerungen im Lehrplan: Für Schüler, Eltern und Lehrer wird es zunehmend schwieriger, mit dem Lernen voranzukommen. Damit wir die Ziele des Lehrplans noch erreichen können, haben wir einen Plan erstellt, der Zusatzstunden während der Woche erlaubt und die Schulen und das Nachmittagsprogramm auch am Wochenende öffnet. 

- Erhöhter Stresslevel: Die Krise ist für Personal, Eltern und auch Schüler psychologisch sehr belastend. Zugleich erzeugt die angespannte Situation in den Familien Druck auf die Schüler. All das wirkt sich negativ auf ihre schulischen Leistungen aus. Die Mitarbeiter der Nachmittagsbetreuung verfolgen jeden Fall einzeln und versuchen, die erforderliche Unterstützung zu leisten, indem sie die Kinder an die Caritas-Abteilungen und gegebenenfalls an andere NGOs verweisen. 

Darüber hinaus bestehen wir darauf, Freizeit- und Festaktivitäten für die Kinder durchzuführen, weil sie diese wirklich brauchen - noch mehr als zuvor. Natürlich berücksichtigen wir die Sicherheitsmaßnahmen und versuchen, friedensfördernde Botschaften zu übermitteln.

Wir verteilen Weihnachtsgeschenke, die für alle Familienmitglieder unverzichtbar und nützlich sind, wie z. B. dicke Bettdecken oder Winterkleidung. Wir hoffen, dass die Lage besser wird, aber es scheint so, als würde das noch etwas dauern. Libanesen und Flüchtlinge im Libanon brauchen dringend Hilfe, um diese schwierige Phase in der Geschichte unseres geliebten Landes zu überstehen.“

Jesuit Refugee Service (JRS)

Der Jesuit Refugee Service (deutsch: Jesuiten-Flüchtlingsdienst) ist in der Bekaa-Ebene, die sich von Nord nach Süd im Osten des Libanons erstreckt, mit drei Zentren vertreten. Dort bietet die Organisation geflüchteten Kindern Unterricht und Freizeitaktivitäten an. Täglich bekommen Kinder eine warme Mahlzeit und in den Wintermonaten warme Kleidung. Sozialarbeiter und Psychologen kümmern sich um traumatisierte Kinder und beziehen die Familien mit ein.

Update vom 18. Dezember 2019

„Schulen, Universitäten und Banken sind seit dem 18. November geöffnet. Die Schwierigkeiten sind aber weiterhin erheblich. Seit dem 29. Oktober wird der Libanon von einer Übergangsregierung geführt. Verschiedenste Versuche, eine Regierung zu bilden, sind fehlgeschlagen. Seit dem 15. Dezember ist die Lage sehr viel angespannter, als die Proteste in Gewalt umschlugen und Demonstranten und Polizisten verletzt wurden.

[...] Die Situation für die Syrer im Libanon ist weiterhin schwierig. Es gibt Berichte von Gewalt gegen Syrer im Libanon. Zusätzlichen wirken sich die wirtschaftlichen Probleme im Libanon erheblich auf die ohnehin schon geschwächte Wirtschaft in Syrien aus. Zahlen des UNHCR zeigen, dass seit April 2015 die Anzahl der im Libanon registrierten Syrer kontinuierlich abnimmt.

Statement vom 15. November 2019

„Unsere Schulen und Zentren im Libanon sind weiterhin von den Protesten betroffen.

[...] Die Banken im Libanon sind seit dem 9. November geschlossen. Zuvor waren sie vom 18. - 31. Oktober bereits zu. [...] Eine zunehmende Unsicherheit im Bankensektor im Libanon erhöht das Risiko, dass Aktivitäten in unseren JRS-Programmen in der ganzen Region gestoppt werden müssen. Noch ist das nicht der Fall und wir hoffen, dass das so bleibt.

[...] Es werden inoffizielle Gespräche geführt, um eine neue Regierung zu bilden, die offizielle Regierungsbildung hat jedoch noch nicht begonnen. Seit dem 12. November wurde von mehr Gewalt berichtet und letztlich auch einem Todesopfer. Es gab auch Berichte von Angriffen direkt gegen Syrer im Libanon.

Der JRS wird die Sicherheitslage weiter analysieren und alles dafür tun, um die Sicherheit für die Mitarbeiter und Programmteilnehmer zu garantieren. Wir hoffen weiter darauf, dass sich die Situation auf friedliche Weise entschärft, die die Würde aller respektiert.“

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