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Vier Fragen an Pater Hans Zollner SJ zum Kindesschutz

Vom Kopf zum Herzen

Der Jesuitenpater Prof. Dr. Hans Zollner ist Theologe und Psychologe und Vizerektor der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Darüber hinaus ist er Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission und Leiter des Kinderschutzzentrums „Centre for Child Protection“ (CCP) mit Sitz an der Universität Gregoriana in Rom. Im Interview berichtet er über seine Zusammenarbeit mit dem Kindermissionswerk und die aktuellen Herausforderungen im Engagement für Kindesschutz.

Was genau ist die Aufgabe des Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana?

Das Kinderschutzzentrum der Gregoriana in Rom möchte das Bewusstsein schaffen, dass Kinder heute weltweit missbraucht und misshandelt werden. Wir möchten das den kirchlichen Stellen wirklich ins Stammbuch schreiben, dass sie aufpassen und alles tun, damit Kinder sicher sind und sicher aufwachsen können. Und wir möchten auch darüber hinaus wirken, zum Beispiel mit unseren Ausbildungsprogrammen für Menschen, die mit Kindern arbeiten oder die für Institutionen verantwortlich sind, in denen Kinder und Jugendliche zur Schule gehen, Sport machen oder Freizeit gestalten.

Wofür steht die Kooperation des Kinderschutzzentrums mit dem Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’?

Wie unser beider Name schon sagt: das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ und das Kinderschutzzentrum der Gregoriana haben ein gemeinsames Anliegen, nämlich Kindern eine gesunde, eine sichere, eine vielversprechende Gegenwart und Zukunft zu ermöglichen. Das Kindermissionswerk ist, so wie wir auch, ein päpstliches Werk, ist international aufgestellt und hat ein großes Netzwerk. Deshalb können die Schulungen, die wir über unser E-Learning-Programm anbieten, auch die Leute direkt vor Ort in den verschiedenen Kontinenten und Sprachen erreichen.

Leute, die unseren Diplom- oder Masterkurs in Kinderschutz besucht haben, können in den Ortskirchen eine besondere Verantwortung übernehmen. Sie werden von Bischofskonferenzen, von Schulorganisationen, von Ordensprovinzen gesandt oder sie arbeiten in Krankenhäusern oder Waisenheimen. Dort tragen sie Verantwortung dafür, dass ihre Institutionen Kinder schützen und Missbrauch so schwer als möglich gemacht wird.

Was sind die aktuell größten Herausforderungen des Kinderschutzzentrums?

Wir merken, dass die reine Übermittlung von Wissen, auch wenn es gut aufgearbeitet ist und nach heutigen Standards präsentiert wird, allein noch nicht reicht, um zu einem Bewusstseinswandel zu kommen. Wie können wir von einer reinen Wissensvermittlung vom Kopf zum Herzen gelangen? Wie fließt es in eine Bewusstseinsveränderung ein, und wie kommt es dann auch zu den „Händen“, die andere Umstände schaffen, damit Kinder sicher sein können? Das ist momentan einer unserer großen Schwerpunkte in der Revidierung unserer Programme.

Wenn Sie auf die Arbeit der letzten Jahre zurückblicken: wo gibt es Erfolge zu verzeichnen und wo sehen Sie noch Verbesserungspotential?

Wir merken, dass wir mittlerweile ein großes Netzwerk haben, das ständig wächst. Hier sind wir auch dem Kindermissionswerk sehr dankbar. Aber wir brauchen eine andere Weise, wie Partner miteinander ins Gespräch kommen. Wir stellen etwas vor, das wir entwickelt haben, und diskutieren mit den Länderreferenten des Kindermissionswerks, die eine unglaubliche Kenntnis über die Situation von Kindern in praktisch allen Erdteilen haben. Das ist eine der großen Möglichkeiten, die sich uns bieten, die wir aber leider bisher noch nicht richtig genutzt haben. Wir haben unglaubliche umfassende Kenntnisstände und auch Erfahrungsberichte. Diese fließen allerdings noch nicht so in die gegenseitige Kommunikation ein, dass man auch von einer lokalen Kirche in eine andere, von einer Bischofskonferenz zur anderen, von einer Ordensprovinz zur anderen sagt: Hör mal, bei uns funktioniert das, warum macht ihr das nicht auch so?

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Das Sternsingen ist im Dezember 2015 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.