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Bischof em. Gassis: „Alle Konfliktparteien müssen sich für einen dauerhaften Frieden einsetzen.”

Erneute Bombenangriffe auf Grundschule im Sudan

„Die Bombardierung von Schulen ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Die Bomben sind lebensbedrohlich, außerdem verwehren sie den Kindern das Recht auf Bildung.” Mit diesen Worten verurteilt Macram Max Gassis, emeritierter Bischof der sudanesischen Diözese El Obeid, die anhaltenden Bombenangriffe in seiner Diözese. Gleichzeitig fordert er die Konfliktparteien auf, sich für einen dauerhaften Frieden einzusetzen.

Allein am 18. Mai hatten die Lehrer der Grundschule St. Vincent Ferrer in den Nuba-Bergen 15 Bombeneinschläge in der Nähe ihrer Schule gezählt. Einige waren in nur rund 300 Metern Entfernung detoniert. Am 26. Mai warf die sudanesische Luftwaffe erneut eine Bombe über der Grundschule ab. Ein Lehrer wurde bei dem Angriff verletzt, die Klassenzimmer und das Dach der Schulbibliothek schwer beschädigt.

„Die Schulmauern sind von Löchern durchsiebt“

„Gott sei Dank hatten wir einen Korrekturtag und es waren keine Kinder in der Schule“, so die australische Ordensschwester und Bildungskoordinatorin Cathy Solano. „Die Bombensplitter hätten sie wahrscheinlich getötet.“ Rund 600 Jungen und Mädchen besuchen die Grundschule, die bereits vor einem Jahr Ziel von Bombenangriffen war. „Die Schulmauern sind von Löchern durchsiebt, von einigen Büchern ist nur noch Konfetti übrig“, so die Projektpartnerin des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger’ weiter. Nachdem in der Region die Regenfälle eingesetzt hatten, sickerte Wasser in die Bibliothek und viele Bücher wurden nass.

„Durch den Bürgerkrieg haben wir schon zwei Generationen verloren. Mit Bildung können wir den Kindern Hoffnung und Zukunft schenken.“

Schwester Cathy Solano

Zahlreiche Schulen wurden bereits zerstört und mussten geschlossen werden. In den vergangenen Monaten haben die Luftangriffe stark zugenommen. Allein im Mai wurden 68 Bomben in dem Gebiet abgeworfen. Bei einem Angriff am 1. Mai kamen sechs Kinder zwischen vier und 13 Jahren ums Leben. Während der Trauerfeier für die Opfer warf die sudanesische Luftwaffe erneut zwei Bomben ab, die einen Säugling töteten und vier weitere Kinder schwer verwundeten. „Doch trotz aller Herausforderungen, trotz des Hungers, des Kriegs und vieler Armutsprobleme wollen die Kinder zur Schule gehen“, sagt Cathy Solano. Das Kindermissionswerk unterstützt die wichtige Bildungsarbeit der Ordensschwester seit vielen Jahren, um den Kindern jenseits von Angst und Bedrohung ein Stück Alltag zu ermöglichen.

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Das Sternsingen ist im Dezember 2015 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.