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Bildung - Lernen für ein gutes Leben

Ines lächelt, wenn sie von der Schule erzählt und davon, dass sie einmal Lehrerin werden möchte. Die Achtjährige wohnt mit ihrer Familie in einem kleinen Haus mit Strohdach und Wänden aus geflochtenen Ästen im Osten Mosambiks. Ihre Eltern arbeiten hart, um ihrer Tochter den Schulbesuch zu ermöglichen. Unser Projektpartner ESMABAMA bestärkt Ines darin, dass Kinder Rechte haben und diese auch einfordern sollten, wie z.B. das Recht auf Bildung. Trotzdem bekommen viele Kinder und besonders Mädchen nicht die Chance dazu.

Laut UNESCO hat aktuell eins von fünf Kindern keinen Zugang zu Schulbildung. Das sind rund 258 Millionen Kinder, Jugendliche und Heranwachsende weltweit. Armut ist dafür der Hauptgrund, aber auch Flucht und Vertreibung, Behinderung und Diskriminierung hindern Kinder am Schulbesuch. Wer aber nicht lesen, schreiben oder rechnen kann, der hat auch keine Chance auf einen guten Beruf - und damit auch keine Chance, der Armut zu entkommen. Darum sorgen wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern dafür, dass besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche ein umfassendes Bildungsangebot erhalten.

Jedes Fünfte Kind ohne Schulbildung

Gute Bildung führt aus der Armut heraus. Das geht aus vielen Studien hervor, wie etwa aus der der World Bank Group aus dem Jahr 2018. Zwar ist die Zahl der Kinder, die die Grundschule besuchen, seit den 1950ern weltweit gestiegen, oftmals erhalten die Kinder aber keine Möglichkeit eine weiterführende Schule zu besuchen. Gründe für schlechte Lernerfolge sind außerdem zu große Klassen, unzureichend ausgebildete Lehrkräfte, fehlendes Lernmaterial oder ungenügende Schulgebäude. 

Auf der Rio+20-Konferenz haben sich die UN-Mitgliedsstaaten auf Ziele für eine nachhaltige Entwicklung geeinigt. Diese sollen bis 2030 erfüllt sein. Dazu zählt, dass Jungen und Mädchen weltweit eine kostenlose und hochwertige Grund- und Sekundarausbildung erhalten sollen. Die Wirklichkeit sieht bislang jedoch noch anders aus:

Bildungshindernisse

Armut und fehlende Bildung gehen in vielen Ländern Hand in Hand. Arme Familien sind oft nicht in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder zu bezahlen. Zudem müsse viele Kinder arbeiten, um das Einkommen der Familie aufzubessern, und können deshalb nicht in die Schule gehen. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO gibt es weltweit 152 Millionen Kinderarbeiter. Lange Schulwege und fehlende Bildungseinrichtungen erschweren vor allem Kindern auf dem Land den Schulbesuch. Kinder mit Behinderung sowie Kinder benachteiligter Minderheiten werden ebenfalls überdurchschnittlich oft von Bildung ausgeschlossen. Lehrkräfte sind nicht entsprechend ausgebildet und sensibilisiert. Schulen und Schulwege sind nicht barrierefrei gebaut. (Weitere Informationen zum Thema Behinderung finden Sie hier). 

Während der Corona-Krise haben sich mehr als die Hälfte der Länder mit niedrigem Einkommen für Online-Fernunterricht entschieden, um Schulschließungen und Bildungspausen entgegenzuwirken. In den am wenigsten entwickelten Ländern verfügen jedoch nur 12 % der Haushalte über einen Internet-Zugang, mit dem die Kinder am Online-Unterricht teilnehmen können.

Mädchen trifft es härter als Jungen. Rund 34 Millionen Mädchen im Grundschulalter gehen nicht zur Schule - bei den Jungen sind es 29 Millionen. Wird das Geld knapp, dann wird eher in die Bildung der Jungen investiert als in die der Mädchen. Frühehen und Teenager-Schwangerschaften führen oft zum Schulabbruch. In Krisen- und Kriegsgebieten sowie nach Naturkatastrophen sind es zuerst die Mädchen, die die Schule aufgeben müssen. Hier besuchen fast zweieinhalbmal mehr Jungen als Mädchen eine Schule.


Chancen ermöglichen

Gemeinsam mit unseren Projektpartnern bieten wir Kindern die Möglichkeit, sich gut zu entwickeln und ihre Potentiale zu entfalten - unabhängig von Geschlecht, Religion und Kultur. Wir arbeiten derzeit mit lokalen Projektpartnern in 108 Ländern zusammen. Den Großteil unserer Spenden investieren wir in Bildungsprojekte. Aktuell sind das 26,13 Mio. Euro (siehe Jahresbericht 2019). Folgende Aspekte sind uns dabei wichtig:

  • Bildungsprogramme, die benachteiligten Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch oder eine Berufsausbildung ermöglichen und ihnen einen qualitativ hochwertigen Unterricht bieten.
  • Fortbildungen für Lehrer und Beratung in pädagogischen Fragen, Entwicklung neuer Ideen für einen lebensnahen und praxisbezogenen Unterricht.
  • Nachhilfe und zusätzliche Bildungsangebote für besonders gefährdete Gruppen wie Flüchtlingskinder oder Kinder mit Behinderung.
  • Stärkung der Kinderrechte und der Kinderpartizipation: Projektpartner vermitteln Kindern ihre Rechte, stärken sie in ihren Sozialkompetenzen und befähigen sie, zu Akteuren zu werden. Denn Kinder sind nicht passive Wissensempfänger. Sie können eigenständig lernen und ihre Kenntnisse an ihre Familien und Gemeinschaften weitergeben.
  • Renovierung und Ausstattung von Schulen mit sanitären Anlagen, Hygienekits für Mädchen und Lernmaterialien

Quellen:

  • Returns to Investment in Education, World Bank Group 2018
  • Global Annual Report Every Child learns, UNICEF 2018
  • Adressing the Learning Crisis, UNICEF 2020
  • Weltbildungsbericht, Deutsche UNESCO-Kommission 2020

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