Erdbeben auf Flores
Erdbeben in Indonesien: Kinder und Familien brauchen Unterstützung
Am 15. August 2026 hat ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 den Norden der indonesischen Insel Flores getroffen. Die Erschütterungen waren auf der gesamten Insel und in weiteren Regionen Indonesiens zu spüren. Besonders stark betroffen sind unter anderem die Distrikte Nagekeo, Ende, Sikka, Ngada, Manggarai und Westmanggarai. Einige Nachbeben erreichten die Stärke 6,1 und 5,9.
Foto: Projektpartner / Kindermissionswerk
Auch Wochen nach dem Erdbeben bleibt die Not groß. Nach Angaben der indonesischen Katastrophenschutzbehörde BNPB kamen 142 Menschen ums Leben, rund 1.600 wurden verletzt. Mehr als 100.000 Häuser wurden zerstört.
Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf den Bildungssektor: Alle 2.147 Bildungseinrichtungen in den betroffenen Regionen wurden beschädigt, 712 Schulen davon schwer. Rund 64 Prozent der Klassenräume sind nicht mehr nutzbar. Für viele Kinder bedeutet das, dass ein wichtiger Ort zum Lernen, Spielen und Zusammensein weggebrochen ist.
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Erdbeben auf Flores hinterlässt schwere Schäden
Foto: Projektpartner / Kindermissionswerk
In einigen Regionen wurden Gebäude schwer beschädigt, darunter Wohnhäuser, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen. Die Versorgung mit Strom und Wasser sowie die Kommunikation sind teilweise eingeschränkt. Auf blockierten Straßen laufen derzeit Räumungsarbeiten, darunter die Trans-Flores-Straße, eine wichtige Verkehrsader für die Anbindung und den Transport lebenswichtiger Güter auf der Insel Flores.
Kinder leiden unter den Folgen
Die Nachwirkungen des Erdbebens sind auch für Kinder auf Flores deutlich spürbar: Viele Schulgebäude wurden beschädigt oder sind eingestürzt. Der Unterricht konnte deshalb zunächst vielerorts nicht wie gewohnt stattfinden. Inzwischen ist der Schulbetrieb teilweise wieder angelaufen. Für viele Kinder findet der Unterricht jedoch weiterhin in provisorischen Klassen statt.
Die Folgen des Erdbebens zeigen sich auch im Verhalten der Kinder. Unsere Partnerorganisationen berichten, dass viele Kinder sehr ängstlich sind und bei lauten Geräuschen leicht erschrecken. Die anhaltenden Nachbeben verstärken diese Angst. Einige Kinder wirken gedankenverloren und verunsichert.
Nothilfe für Kinder auf Flores
Foto: Projektpartner / Kindermissionswerk
Unsere Partnerorganisationen vor Ort leisten bereits konkrete Hilfe für die betroffenen Menschen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der psychosozialen Unterstützung der Kinder. Viele von ihnen haben Angst vor weiteren Erdstößen, schlafen schlecht, sind reizbar oder ziehen sich zurück. Verschiedene Maßnahmen zur Traumabewältigung und psychosozialen Unterstützung sollen ihnen helfen, mit den Folgen des Erdbebens und den anhaltenden Nachbeben umzugehen. Dafür schaffen die Partner vor Ort Räume, in denen Kinder von vertrauten Erwachsenen begleitet werden und durch kindgerechte Aktivitäten wieder mehr Struktur in ihren Alltag bekommen. Einfache Dinge wie Spiel- und Lernmaterialien helfen dabei, ihnen ein Stück Normalität zurückzugeben.
Mit unserer Nothilfe unterstützen wir bis zu 1.200 Kinder dabei, die Folgen des Erdbebens zu verarbeiten und wieder mehr Stabilität im Alltag zu finden. Die Angebote sind altersgerecht und beziehen Kinder mit Behinderungen ausdrücklich ein. Auch rund 250 Betreuungspersonen werden geschult. Sie lernen, wie sie Kinder bei Stress und Ängsten unterstützen und erkennen können, wenn ein Kind weitere Hilfe braucht. So entsteht ein Netz aus vertrauten Ansprechpersonen, das die Kinder auch über die akute Nothilfe hinaus begleitet.
Darüber hinaus unterstützt eine unserer Partnerorganisationen 56 Menschen mit Behinderungen, darunter 45 Kinder, und ihre Familien mit dringend benötigten Hilfsgütern. Nach dem Erdbeben sind sie besonderen Herausforderungen ausgesetzt: Zerstörte Gebäude und Straßen können den Zugang zu Hilfsgütern erschweren, Medikamente oder wichtige Hilfsmittel können fehlen. Deshalb verteilt der Partner Grundnahrungsmittel wie Reis, Eier, Öl, Milch und Nudeln sowie Decken, Medikamente und Taschenlampen.
Die Hilfe geht weiter
Die Folgen des Erdbebens werden die Menschen auf Flores noch lange begleiten. Neben der psychosozialen und medizinischen Versorgung braucht es weiterhin Lebensmittel, sauberes Trinkwasser, Hygieneartikel und Unterstützung bei der Unterbringung. Langfristig müssen beschädigte Häuser und Infrastruktur wie etwa Schulen repariert und wieder aufgebaut werden.
Damit Kinder wieder spielen, lernen und sich sicher fühlen können.