Was uns Roksana erzählt hat
Früher habe ich Bananen geschleppt. Heute trage ich meinen Schulranzen. Mein Name ist Roksana. Ich bin zehn Jahre alt und lebe in Bangladesch. Noch vor wenigen Monaten begann jeder Tag mit Angst. Schon früh am Morgen musste ich auf einem Bananenmarkt arbeiten. Die schweren Säcke taten meinen Armen weh. Ich versuchte, immer schneller zu sein, damit niemand mit mir schimpfte oder mich schlug.
Während andere Kinder zur Schule gingen, schleppte ich Bananen. Während andere spielten und lachten, dachte ich nur daran, meiner Mutter zu helfen. Denn sie musste allein für unsere Familie sorgen. Oft reichte das Geld kaum für Essen oder Medikamente. An Schule war nicht zu denken. Aber ich hatte einen Traum. Ich wollte lesen und schreiben lernen. Ich wollte Freunde finden und spielen.
Dann begegneten mir zwei Frauen von der Caritas Bang ladesch, einer Partnerorganisation der Sternsinger. Sie sprachen mit meiner Mutter, hörten uns zu und gaben uns Hoffnung. Dank der Unterstützung der Sternsinger habe ich heute einen Schulplatz. Hefte, Stifte und einen Schulranzen bekam ich auch geschenkt. Den Tag, an dem ich zum ersten Mal meine Schuluniform anzog, werde ich nie vergessen. Heute trage ich keinen schweren Bananensack mehr. Ich trage meinen Schulranzen. Ich lerne jeden Tag etwas Neues.
Ich habe Freundinnen gefunden. In den Pausen spielen wir zusammen und lachen. Abends erzähle ich meiner Mutter stolz, was ich in der Schule gelernt habe. Mein größter Traum ist es, später Ärztin zu werden. Vielleicht kann ich dann selbst Kindern helfen.
Bitte helfen Sie mit, damit noch viele Mädchen und Jungen ihre Kindheit zurückbekommen.
So befreit unser Projektpartner Kinder aus der Kinderarbeit
Roksanas Geschichte steht für die vieler Kinder in Bangladesch. Noch immer leben 12,5 Prozent der Menschen unterhalb der nationalen Armutsgrenze – das heißt, sie müssen mit weniger als 2,40 Euro pro Tag auskommen. Um ihre Familien zu versorgen, muss ein Großteil der Kinder die Grundschule vorzeitig abbrechen und arbeiten gehen.
Doch zum Glück gibt es das Team der Caritas Bangladesch. Sie wollen die Situation von Kindern, die unter ausbeuterischer Kinderarbeit leiden, verbessern. Ihr oberstes Ziel: Kinder sollen wieder in die Schule gehen.
Hierzu verfolgt die Caritas Bangladesch verschiedene Ansätze. Denn der Hauptgrund für Kinderarbeit ist und bleibt Armut. Familien brauchen deshalb Einkommensalternativen.
Um die Vulnerabilität der Kinder zu verringern, ihre Rechte zu stärken und die Gemeinschaften für das Thema Kinderarbeit zu sensibilisieren, baut die Caritas Bangladesch auf folgende Maßnahmen:
- Bildung: Reintegration von gefährdeten Kindern in Schulen oder Berufsausbildungsprogramme.
- Einkommensförderung: Unterstützung der Familien bei Einkommensalternativen, um die Abhängigkeit von Kinderarbeit zu verringern.
- Gemeinschaftliche Präventionsstrukturen: Einrichtung und Stärkung von Community-Gruppen (CLPP), die regelmäßig Treffen durchführen, Bewusstseinsarbeit leisten und Fälle von Kinderarbeit melden.
- Sensibilisierungskampagnen: Organisation von Veranstaltungen und Kampagnen zur Kinderrechtsbildung und zur Prävention von Kinderarbeit.
- Sichtbarkeit: Einrichten von Anlaufstellen und Meldewegen, um Missbrauch und Kinderarbeit frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.