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„Wir wollen eine friedliche Lösung für diesen Konflikt, eine Lösung durch Diplomatie, nicht durch Gewalt“

Sternsinger-Partner aus dem Libanon berichtet von einem ständigen Gefühl von Angst und Unsicherheit bei den Kindern.

„Wir Libanesen wollen Frieden und eine friedliche Lösung für diesen Konflikt. Die Lösung kann nur durch Diplomatie gefunden werden, nicht durch Gewalt", sagt Bischof Hanna Rahmé von der maronitischen Diözese Baalbek bei seinem Besuch im Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ in Aachen. Empfangen wurde er von Klara Koch, Libanon-Länderreferentin im Kindermissionswerk. Foto: Robert Baumann/Kindermissionswerk

Aachen. „Die Kinder im Libanon leben in einem ständigen Gefühl von Angst und Unsicherheit. Sie leiden unter den traumatischen Erfahrungen des Krieges. Wenn Kampfflugzeuge die Schallmauer durchbrechen, schrecken die Kinder wegen des lauten Knalls zusammen“, sagt Bischof Hanna Rahmé von der maronitischen Diözese Baalbek bei seinem Besuch im Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ in Aachen in dieser Woche. „Wir Libanesen wollen Frieden und eine friedliche Lösung für diesen Konflikt. Die Lösung kann nur durch Diplomatie gefunden werden, nicht durch Gewalt. Und der Libanon braucht endlich eine echte Unabhängigkeit. Wir hoffen, dass Deutschland – ein Land, das Einfluss hat in Europa – eine wichtige Rolle dabei einnehmen kann und die Regierung im Libanon unterstützen wird“, betont der Bischof.

Die Diözese Baalbek hat in den vergangenen Wochen rund 2.000 Geflüchtete in ihren Räumlichkeiten aufgenommen und versorgt, berichtet Bischof Rahmé. Die Binnenvertriebenen kamen mehrheitlich aus Baalbek und Umgebung, aber auch aus dem Südlibanon. Baalbek liegt 86 km östlich von Beirut in der nördlichen Bekaa-Ebene und ist eine Hochburg der Hisbollah. Das Kindermissionswerk unterstützt in Baalbek ein Projekt zur Förderung der Resilienz und psychischen Gesundheit von rund 640 Schülerinnen und Schülern der dortigen diözesanen Schule. „Durch das Projekt helfen wir Kindern mit Musik-, Tanz- und Sportangeboten, ihre Traumata zu bewältigen“, erklärt Bischof Rahmé. Darüber hinaus werde psychologische Beratung für Kinder und Eltern angeboten.

Beim Blick auf mögliche Friedensbemühungen schwingt bei Bischof Rahmé die Befürchtung mit, dass die Lösung für den Konflikt auf Kosten der Christen im Land gehen könnte: „Die Christen im Libanon haben eine existenzielle Angst. Sie haben Angst, den Libanon verlassen zu müssen. Wenn Christen im Libanon nicht mehr präsent sind, wäre das auch ein schlechtes Zeichen für die Christen in anderen Ländern in der Region.“

Generell sei die Situation im Libanon seit Jahrzehnten geprägt von Instabilität, Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit. „Die Menschen im Libanon haben gelernt mit Krisen umzugehen und es gibt gemeinsame Werte, die diese Gesellschaft zusammenhalten. Wir vertrauen auf Gott und suchen gute Menschen, die uns unterstützen“, sagt der Bischof.

Nothilfe in Höhe von 52.000 Euro für intern Vertriebene in der Bekaa-Ebene

Das Kindermissionswerk hat seine Hilfen für die Kinder im Libanon ausgeweitet und eine Nothilfe in Höhe von 52.000 Euro für vertriebene Familien in der Bekaa-Ebene bereitgestellt. Mit der Nothilfe wird der Sternsinger-Partner JRS (Jesuiten-Flüchtlingsdienst) in die Lage versetzt, 520 Nahrungsmittelpakete und ebenso viele Hygiene-Kits an Familien zu verteilen. Insgesamt rund 3.000 Kinder werden mit der Nothilfe erreicht.

Bereits Mitte März hatte das Kindermissionswerk eine erste Nothilfe für vertriebene Kinder und deren Familien im Libanon in Höhe von 50.000 Euro bereitgestellt. Rund 700 Mädchen und Jungen sowie ihre Familien in zehn Notunterkünften in Beirut und Umgebung und im südlichen Teil des Landes konnte damit geholfen werden. Die Nothilfe umfasste psychologische Unterstützung und warme Mahlzeiten.

 

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