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Brasilien

Schulkinder werden zu Umweltbotschaftern

Wasserknappheit bestimmt das Leben von 13 Millionen Kindern im Sertão, einem riesigen, von Trockenheit geprägten Gebiet im Nordosten Brasiliens. Die Region ist so trocken, dass die Menschen ihre Heimat auch „Land des Teufels“ nennen. Der brasilianische Sternsinger-Partner IRPAA hat ein Projekt für Schulgärten und Bildungsmaterialien entwickelt, um schon den Kleinen zu zeigen, wie man auch mit wenig Wasser Landwirtschaft betreiben kann.

Die Situation im Sertao

Die Bevölkerung im Nordosten leidet stark unter dem Wassermangel - vor allem wirtschaftlich. Während der Süden floriert, leben die Menschen im Norden in Armut. Die Region wird auch vom Staat vernachlässigt: Es gibt nur wenige Schulen auf dem Land, das Lehrpersonal ist schlecht ausgebildet. Viele der Kinder können weder lesen noch schreiben. Bezeichnenderweise liegen acht der zehn brasilianischen Bundesstaaten mit der höchsten Analphabetenzahl bei Kindern im Nordosten. Außerdem wird das Unterrichtsmaterial im Süden produziert, wo eine ganz andere Realität herrscht, mit der die Kinder des Nordens nichts anfangen können.

So hilft unser Partner IRPAA

Und genau hier setzt unser Partner an: Wie viel Liter Wasser braucht ein Mensch am Tag, wie viel eine Ziege? Wie lang reicht das Wasser in der heimischen Zisterne? Dies sind nur drei Beispiele aus den Mathebüchern für Grundschüler, die unsere Partnerorganisation IRPAA mit Unterstützung der Sternsinger erstellt hat: Aufgaben also, die auf das Leben der Kinder im Nordosten eingehen. IRPAA (Instituto Regional da Pequena Agropecuária Apropriada) ist das Regionalinstitut für angepasste Kleinbauern-Landwirtschaft und Tierhaltung in Brasilien. Ein Aspekt seiner ganzheitlichen Arbeit ist die Kooperation mit Schulen.

IRPAA erstellt Material, das an die Realität der Kinder angepasst ist und das Lernen in der Schule mit ihrem Alltag verbindet. Nicht die Blumen und Bananen des grünen Südens mit seiner üppigen Vegetation stehen im Fokus, sondern die Kakteenpflanzen des trockenen Sertão. Welche Heilpflanzen gibt es in unserer Region? Warum muss man bei der Ernte aufpassen, dass man keine Wurzeln beschädigt und Blätter abreißt? Durch solche Themen entwickeln die Mädchen und Jungen Neugierde für Umweltthemen. Ihnen wird klar, dass viele Menschen aus Unwissenheit die Natur und damit ihre eigene Lebensgrundlage zerstören. Und dass ihre Heimat viel mehr Möglichkeiten bietet als es zunächst aussieht.

Bildung als Schlüssel für ein besseres Leben im Sertão

Mädchen und Jungen, die in die Schule gehen, sind für IRPAA der Schlüssel für Veränderung. Die Kinder sind offen und neugierig. Wissbegierig hören sie, wie der Regen auf den Dächern der Häuser gesammelt werden kann und mit welchen Schichten aus grobem und feinem Sand der Wasserfilter ihrer Zisterne ausgestattet werden muss. Die Kinder bringen dieses Wissen aus der Schule in die Familie. Sie rechnen aus, wie viele Monate das Wasser in der neuen Zisterne noch reichen wird. Sie zeigen ihren Eltern, wie man die Regenrinnen zu den Zisternen säubert und warum das wichtig für die Wasserqualität ist. Die Regierung baut zwar in einem groß angelegten, mehrjährigen Programm eine Million Trinkwasserzisternen im Sertão, aber die Schulung der Menschen – viele von ihnen sind Analphabeten – kommt hierbei viel zu kurz. Außerdem sind die Zisternen meist aus Plastik und damit langfristig schädlich für die Gesundheit, viel teurer und schneller kaputt.

Praktisch lernen im eigenen Schulgarten

Bisher gibt es außerhalb der wenigen Bewässerungsgebiete im Sertão keine Schule, die einen eigenen Nutzgarten hat. Unser Partner hat daher ein Projekt entwickelt, bei dem der Einsatz von didaktischen Spielen und Büchern mit dem Anlegen eines eigenen Nutzgartens in der Schule verbunden ist. Dort lernen die Mädchen und Jungen, welche Obst- und Gemüsesorten auch in der kargen Landschaft gedeihen. Im Schulgarten können die Kinder das erworbene Wissen praktisch anwenden. In speziell entwickelten Spielen vertiefen die Kinder ihre Kenntnisse mit ihren Familien zu Hause und geben so ihr Wissen weiter.

Eigene Erträge eröffnen darüber hinaus neue Möglichkeiten für die Eigenversorgung der Schule und damit für die Mahlzeiten der Kinder. Das vitaminreiche Gemüse kann die Versorgung der vielfach mangelernährten Mädchen und Jungen erheblich verbessern. Die ganzheitliche Arbeit unseres Partners IRPAA sorgt dafür, dass Minderheiten gestärkt werden und Kinder schon in der Schule lernen, wie man im Einklang mit der Natur im Sentão gut leben kann. Helfen Sie mit!

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