Inhalt

Schwerpunkt Klima und Umwelt

Für die Aktion Dreikönigssingen 2017 haben wir Aweet besucht. Ihre damalige Situation: Jeden Tag sammelt das Mädchen Feuerholz und legt mehrere Kilometer zurück, um Wasser für Zuhause zu holen. Die Zehnjährige würde gerne eine Schule besuchen, doch diese ist acht Kilometer entfernt und Aweets Eltern besitzen weder ein Auto noch sonst ein Verkehrsmittel. Außerdem wird Aweet für Haushaltstätigkeiten von ihrer Familie gebraucht. Diese lebt in der Turkana, einer Region in Kenia, die besonders hart von Dürreperioden und Ernteeinbußen betroffen ist. In Zukunft wird sich die Situation dort und in vielen Ländern auf der Erde noch verschlimmern. Grund dafür ist der Klimawandel.

Zu den größten Gefahren für Kinder zählen die Folgen des Klimawandels. Dieser zeigt sich z.B. in der Zunahme von Naturkatastrophen, Wasser- und Nahrungsmittelknappheit, vermehrten Fluchtbewegungen und Temperaturanstiegen. Gleichzeitig erhöht der Klimawandel das Risiko an Krankheiten und schädigt dauerhaft die Gesundheit von jungen Menschen.

Wie die Klimakrise Kinder und Jugendliche trifft

Obwohl Kinder und Jugendliche am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind, sind sie schon jetzt am stärksten von seinen Auswirkungen betroffen.

Praktisch alle Kinder auf der Erde (mehr als 99 Prozent) sind mindestens einer der im UNICEF-Klima-Risiko-Index analysierten Risiken ausgesetzt. Fast eine Milliarde Kinder in 33 Ländern sind „extrem stark gefährdet“. Dies ist fast die Hälfte aller Mädchen und Jungen auf der Erde.

  • 820 Millionen Kinder – das sind mehr als ein Drittel aller Kinder weltweit – leiden bereits heute stark unter Hitzewellen.
  • 400 Millionen Kinder (fast jedes sechste Kind weltweit) sind aktuell durch Wirbelstürme (Zyklone) bedroht.
  • 330 Millionen Kinder (1 von 7 Kindern weltweit) sind Überschwemmungen durch Flüsse ausgesetzt.
  • 240 Millionen Kinder (1 von 10 Kindern weltweit) sind in Küstenregionen von Überschwemmungen betroffen.
  • 920 Millionen Kinder (mehr als ein Drittel der Kinder weltweit) sind derzeit in hohem Maße von Wasserknappheit betroffen.
  • 600 Millionen Kinder (mehr als jedes vierte Kind weltweit) sind derzeit in hohem Maße vektorübertragenen Krankheiten wie beispielsweise Malaria und Denguefieber ausgesetzt.
  • 815 Millionen Kinder (mehr als ein Drittel der Kinder weltweit) sind derzeit in hohem Maße einer Bleibelastung durch kontaminierte Luft sowie Verunreinigung von Wasser, Böden und Lebensmitteln ausgesetzt.

Mehr Naturkatastrophen

Nach einer UN-Studie aus dem Jahr 2017 leben Hunderte Millionen Kinder leben in Ländern, die von Überschwemmungen und tropischen Stürmen betroffen sind. Wie der Wirbelsturm Idai, der 2019 auf die Küste Mosambiks traf, gezeigt hat, hat das verheerende Folgen für die dort lebenden Menschen. Diese Naturkatastrophen zerstören Wohnhäuser, Straßen und Bildungseinrichtungen, führen zu Strom- und Ernteausfällen. Krankheiten tauchen überdurchschnittlich häufig auf. Hygiene-Einrichtungen werden beschädigt. Laut o.g. Studie rechnen Forschende im Jahr 2030 mit rund 48.000 zusätzlichen Sterbefällen bei Kindern durch klimabedingte Durchfallerkrankungen. 

Klima und Flucht

Der Klimawandel führt dazu, dass sich Lebensräume verändern: Trockengebiete nehmen zu, gleichzeitig steigt die Zahl der von Überschwemmungen bedrohten Gebiete. Menschen, die von der Landwirtschaft und regelmäßigen Erträgen abhängig sind, entzieht das die Lebensgrundlage. Auch Kriege um Wasser und Ressourcen werden zunehmen. Indigene Gemeinschaften leben oft in sehr eng begrenzten Ökosystemen. Solche Veränderungen können für sie lebensbedrohlich sein, wenn sich beispielsweise für Bewohner der Arktis die Jagdgründe verändern. Weltweit führt all das zu Konflikten und zu großen Menschenbewegungen und wird in Zukunft zunehmen. Schätzungsweise 22,5 Millionen Menschen jährlich verlassen ihr Zuhause auf der Suche nach lebenswertem Raum, so die UN-Studie - mit folgenschweren körperlichen und psychischen Belastungen für die Kinder. Zudem können sie auf der Flucht nicht zur Schule gehen, dabei hat jedes Kind das Recht auf Bildung. 

Ausbreitung von Krankheiten

Mit zunehmendem Temperaturanstieg bilden sich neue Feuchtgebiete und bestehende breiten sich aus. Darin lauern Gefahren, wie z.B. Malaria, Dengue oder Zika - Krankheiten, die von Insekten übertragen werden. Junge Menschen sind dadurch besonders gefährdet. Mehr als zwei Drittel derjenigen, die jährlich an Malaria sterben, sind Kinder unter fünf Jahren.

Umweltbildung

In einer intakten Umwelt aufzuwachsen und ein gesundes Leben führen zu können wird international als ökologisches Kinderrecht bezeichnet. Dafür setzen wir uns mit unseren Partnern weltweit auf verschiedene Weise ein ein. Wir sorgen z.B. dafür, dass Aweet in Kenia eine nahegelegene Wasserstelle erhält, mit der sie ihre Familie, Nutztiere und Pflanzen versorgen kann. Weil Regionen in Madagaskar stark von Abholzung betroffen sind, lernen Lehrkräfte und Kinder in einem Projekt, wie sie Bäume pflanzen. Obst und Gemüse ohne den Einsatz von Chemikalien anzubauen und damit die Schulgemeinschaft zu versorgen lernen Kinder in einem unserer Projekte in Indien. 

Weitere Aspekte unserer Umwelt- und Klimaprojekte sind:

  • Gründung von Umweltclubs, in denen Kinder sich mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz auseinandersetzen und auf vielfältige Weise aktiv werden können.
  • Anlage und Pflege von Schulgärten, Brunnen etc., die Kindern einen ökologischen und nachhaltigen Umgang mit unseren natürlichen Rohstoffen vermitteln
  • Müllvermeidung, Abfallentsorgung, Säuberung der Natur und Recycling: Kinder und Jugendliche lernen, Ressourcen zu schonen und sorgsam mit Müll umzugehen

Unser Beitrag zu Klima und Umwelt

Auch in Deutschland setzen wir uns für die Bewahrung der Schöpfung ein. Als Mitglied der Klima-Kollekte arbeitet das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger' nach dem Grundsatz: vermeiden, reduzieren, kompensieren. Wir versuchen, unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten, und kompensieren den CO2-Ausstoß in den unterschiedlichen Bereichen unseres Hauses zu kompensieren. Dadurch investieren wir zusätzlich in Klima-Projekte des globalen Südens. Seit 2017 sind wir auch Mitglied in der Klima-Allianz Deutschland und setzen uns auf politischer Ebene dafür ein, den CO-Ausstoß in Deutschland zu verringern. Mehr dazu finden Sie hier

Brasilien

Schulkinder werden zu Umweltbotschaftern

Wasserknappheit bestimmt das Leben von 13 Millionen Kindern im Sertão, einem riesigen, von Trockenheit geprägten Gebiet im Nordosten Brasiliens. Der Sternsinger-Partner IRPAA hat ein Projekt für Schulgärten entwickelt, um schon den Kleinen zu zeigen, wie man auch mit wenig Wasser Landwirtschaft betreiben kann.

Jetzt spenden! : Schulkinder werden zu Umweltbotschaftern

Madagaskar

Grüne Schulen für den Umweltschutz

War Madagaskar einst fast vollständig mit dichtem Regenwald bedeckt, ist heute nur noch ein Zehntel der Landesfläche bewaldet. Mehr als 100.000 Hektar Regenwald werden jährlich zerstört. Ein Umweltprogramm soll Kinder und Jugendliche für das Thema sensibilisieren.

Mehr zum Umweltprojekt : Grüne Schulen für den Umweltschutz