Inhalt

Zusammenarbeit mit unseren Partnern weltweit

Fragen und Antworten zur Corona-Krise

Die Corona-Krise stellt die Welt vor große Herausforderungen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in unseren Partnerländern weltweit verändert die Pandemie das Leben der Menschen. Auf dieser Seite beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Corona-Krise und zur Arbeit mit unseren Partnern.

Situation in der Einen Welt

In Entwicklungsländern leben die Menschen oft unter sehr prekären Verhältnissen auf engem Raum. Viele arbeiten als Tagelöhner und können für ihre Familien gerade so den Lebensunterhalt verdienen. Wenn sie aufgrund von Ausgangssperren nicht arbeiten können, fehlt das Geld für Lebensmittel und die Menschen müssen hungern. Unter solchen Umständen sind Kontaktsperren kaum durchsetzbar. Andererseits besteht die Gefahr, dass die Gesundheitssysteme sonst völlig überfordert werden und zusammenbrechen, weil es dort an allem mangelt: medizinischem Personal, Beatmungsgeräten, Intensivbetten. Zudem ist der Markt an Schutzausrüstungen fast leergefegt und für die armen Länder bleibt kaum etwas.

Die bisherigen Erfahrungen mit dem Virus zeigen zwar: Kinder und Jugendliche erkranken sehr viel weniger an Covid-19 und es kommt nur selten zu Komplikationen. Dies könnte ein Hoffnungsschimmer für Länder mit einem großen Anteil an Kindern und Jugendlichen sein. Andererseits sind viele Kinder in diesen Ländern mangelernährt und haben der Infektion weniger entgegenzusetzen. Wenn zudem Gesundheitssysteme am Rande des Kollaps stehen, fehlen die Ressourcen, um Kinder zu versorgen, die an anderen Krankheiten wie einer schweren Malaria leiden. So sind etwa die Impfungen gegen Masern teilweise dramatisch zurückgegangen.

Wir beobachten in solchen Krisen immer wieder eine Zunahme von Gewalt gegen Kinder, eine Zunahme von Kinderehen und Kinderprostitution, sexuellem Missbrauch und Teenagerschwangerschaften.  Wenn Eltern ihren Job verlieren, haben Familien schlichtweg kein Geld mehr zum Leben, kein Geld für Essen. Diese Situation führt zu einer sozialen Gefährdung für die Kinder, denn in den Familien kommt es dann vermehrt zu Spannungen und Gewalt.

Die Schulschließungen in vielen Entwicklungsländern bringen weitere Probleme mit sich. Zum einen fällt das Schulessen weg, und damit häufig die einzige Möglichkeit, am Tag etwas Warmes zu essen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass es zu einer langen Unterbrechung des Unterrichts kommt, die Kinder zum Lebensunterhalt beitragen müssen und nicht wieder zurück in die Schule gehen. Vor allem ältere Mädchen laufen Gefahr, auch nach der Krise zu Hause arbeiten zu müssen. Einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind in Krisenzeiten Kinder mit Behinderung, Kinder von ethnischen Minderheiten, Kinder auf der Flucht und Straßenkinder.

Unsere Expertise ist der Kindesschutz. Kinder vor Gewalt, sexueller Ausbeutung und Vernachlässigung zu schützen - darauf liegt der Fokus unserer Hilfe. Wir wollen von Anfang an den Kindesschutz stärken und in die Hilfe integrieren. Dies beginnt schon bei der Unterstützung mit Nahrungsmitteln und der medizinischen Versorgung.

Aber auch die langfristigen Folgen der Corona-Krise stellen eine große Gefahr für die Kinder dar. Wir beraten und unterstützen unsere Partner aktuell auf vielfältige Weise. Die größte Sorge der Menschen besonders in den Ländern mit einer Ausgangssperre ist, das tägliche Überleben der Familie zu sichern. Wie sollen Lebensmittel beschafft werden, wenn kein Geld vorhanden und Arbeiten verboten ist? Hier kann das Kindermissionswerk mit seinen Partnern helfen und etwa die Schulmahlzeiten den Familien nach Hause bringen. Weitere Optionen sind digitale Bildungs-, Beratungs- und Präventionsangebote, die wir mit den Partnern besprechen.

Das ist sehr schwer zu sagen und hängt auch maßgeblich davon ab, welche politischen Entscheidungen die Regierungen in den einzelnen Ländern treffen. Länder, die einem klaren Präventionsplan folgen, wird es vermutlich nicht so schwer treffen wie Länder, die keine Kontakt- oder Ausgangssperren verhängen. Diese können aber nur wirksam werden, wenn den Bedürfnissen und Nöten der Bevölkerung Rechnung getragen wird. Menschen, die hungern, lassen sich nicht einsperren. Sie werden versuchen, ihre Familien zu ernähren. Hier müssen wir von Anfang an helfen.

Veränderungen für die Partner des Kindermissionswerks in Deutschland

Vieles spielt sich gerade in den sozialen Medien im Internet ab, denn dort erreicht man derzeit viele Menschen und eine hohe Aufmerksamkeit. Social Media-Kanäle können also genutzt werden, um auf ausgefallene Kollekten oder Veranstaltungen aufmerksam zu machen und um Spenden zu bitten: per Überweisung oder als Spende online! Konkret empfehlen wir:

  • Binden Sie die jungen Menschen in Ihrer Pfarrei ein, sie sind die Profis auf den sozialen Kanälen und haben die kreativsten Ideen!
  • Suchen Sie Alternativen: Solidaritätslauf auf dem Hometrainer, Torwandschießen mit den Kindern im Garten, Geburtstag für den guten Zweck – es gibt viele Möglichkeiten, wie die Menschen in Ihrer Gemeinde sich auch jetzt für Ihre Partnerprojekte engagieren können.
  • Viele Kirchen sind tagsüber für einige Stunden geöffnet. Gibt es bei Ihnen die Möglichkeit, Spenden dort abzugeben? Natürlich unter Berücksichtigung der notwendigen hygienischen Schutzmaßnahmen und Mindestabstände sowie der Diebstahlsicherung. Können alternativ Spenden im Pfarramt abgegeben werden?
  • Nutzen Sie Ihre Pfarrmitteilungen, um die Menschen um Spenden zu bitten und auf die Möglichkeiten der Onlinespende hinzuweisen. Schicken Sie eine Pressemitteilung an die klassischen Medien (Tages-/Wochenzeitung). Können Sie ausgefallene Veranstaltungen eventuell später im Jahr nachholen?
  • Die Spenden können Sie entweder ans Pfarramt überweisen oder direkt ans Kindermissionswerk unter Angabe Ihrer Pfarrei und dem gewünschten Projekt. Gerne beraten wir Sie: kontaktsternsingerde

Sobald wir mit den Partnern den Verwendungszweck unter Berücksichtigung der coronabedingten Umstände festgelegt haben, können wir Ihre Spenden weiterleiten.

Auswirkungen auf die Sternsingeraktion 2021

Vermutlich wird uns die Corona-Krise auch rund um den Jahreswechsel beschäftigen. Als Träger der Aktion Dreikönigssingen werden wir die weitere Entwicklung genau beobachten und sind zuversichtlich, dass wir auf alle Herausforderungen gute Antworten finden werden. Gern halten wir Sie in den nächsten Wochen und Monaten auf unserer Website und in unserem Newsletter „Sternsingen“ auf dem Laufenden.

Gerade in dieser Zeit wird der Segen der Sternsinger für die Menschen hier bei uns ein wichtiges Zeichen sein. Und auch unsere Sternsinger-Projektpartner und mit ihnen die Kinder und Jugendlichen brauchen gerade jetzt unsere Unterstützung und Solidarität.

Aktuell stellen wir auf unserer Website und in unseren sozialen Medien eine Vielzahl an Bastel- und Aktionsideen vor, die Eltern mit ihren Kindern zu Hause durchführen können.

Auch kirchliche Feste – wie zuletzt Ostern oder die Vorbereitung auf die Erstkommunion – können nicht wie gewohnt stattfinden. Über unsere Online-Kanäle bieten wir spirituelle Impulse und Linktipps für die Liturgie mit Kindern zu Hause an. Hier geht's zu unserer Facebook-Seite und unserem Instagram-Kanal.

Gemeinsam mit TV-Reporter Willi Weitzel bieten wir darüber hinaus auf YouTube ein besonderes Programm an.

Sternsingerinnen und Sternsinger können über unsere Website ihren Freundinnen und Freunden, Schul- oder Kita-Kameraden oder Oma und Opa eine digitale Grußkarte schicken und ihnen zeigen: Ich denke an dich!

Die Arbeit des Kindermissionswerks

Seit Mitte März arbeitet der Großteil der Mitarbeitenden des Kindermissionswerks von zu Hause. Die Mitarbeitenden sind auch dort unter ihren dienstlichen Telefonnummern und E-Mailadressen erreichbar. Der Austausch mit den Kolleginnen und Partnern im In- und Ausland erfolgt per Telefon, Mail, Messengerdiensten oder in Videokonferenzen. Nur zwingend notwendige Dienstreisen und Arbeitstreffen finden statt. In der Zentrale in Aachen sind nur wenige Arbeitsplätze regelmäßig besetzt, zum Beispiel die Telefonzentrale oder das Vorstandssekretariat. Mit Wirkung vom 01. Juni und zunächst bis zum 31. Dezember 2020 gelten ergänzende Arbeitsschutzstandards, die mit dem Arbeitsschutzausschuss (mit Betriebsarzt und Sicherheitsbeauftragten), der Fachreferentin für Medizin und der Mitarbeitervertretung abgestimmt wurden. Diese Arbeitsschutzstandards ermöglichen unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln auch ein Arbeiten im Büro.

Die Corona-Krise zeigt beispiellos, wie groß die Solidarität der Mitmenschen untereinander ist. Wir alle erfahren dies tagtäglich in unserer unmittelbaren Umgebung. Wir in Deutschland können dankbar sein, in einem sicheren Land mit funktionierenden Strukturen und einem gut aufgestellten Gesundheitssystem zu leben. Natürlich gibt es auch hier bei uns berechtigte Ängste und Unsicherheiten, wie es nach der Pandemie weitergeht und wie groß die wirtschaftlichen Folgen sein werden. Es ist wichtig und gut, dass wir hier füreinander da sind. 

Dennoch dürfen wir gerade jetzt die Ärmsten der Armen nicht vergessen. Sie sind auf unsere Hilfe mehr denn je angewiesen. Wer schon tagtäglich für die grundlegenden Dinge wie Nahrung, Kleidung oder Medikamente kämpfen muss, den trifft die Krise mit großer Wucht. Vielerorts fehlen Mittel, Strategien und Infrastruktur für eine Epidemiebekämpfung. Probleme wie verschmutztes Trinkwasser, schwache Gesundheitssysteme und Nahrungsmittelmangel verschärfen sich, die Menschen werden zunehmend verzweifelt und die Gewalt nimmt zu. Darunter leiden vor allem die Schwächsten der Gesellschaft, die Armen und die Kinder. 

Gemeinsam mit unseren Spendern werden wir weiterhin stark an der Seite unserer Partner und der Kinder in unseren Projekten stehen. Deshalb sind wir dankbar für Ihre Spende. Jeder Betrag hilft!