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Die Gründung des Kindermissionswerks

Ein Mädchen macht den Anfang ...

Sie hat alles, wovon ein 15-jähriges Mädchen träumen kann: schöne Kleider, ein großes vornehmes Haus, eine gute Familie, viele Freunde: Auguste von Sartorius hat das Glück, in wohlhabenden Verhältnissen im Aachen des 19. Jahrhunderts aufzuwachsen. Doch die Nachrichten über Kinder in Not und Lebensgefahr in China und Afrika lassen sie nicht los. Diese Ungerechtigkeit will sie nicht hinnehmen.

In der französischen Stadt Nancy hatte der Bischof Charles de Forbin Janson gerade ein Kindermissionswerk gegründet. Die Idee: Kinder helfen Kindern. Mit Gebeten und kleinen Spenden sollten sie sich für Gleichaltrige in der weiten Welt einsetzen. Das gefiel Auguste und sie wollte dort mitmachen. Doch zunächst mochte niemand etwas von ihrem Vorschlag hören.

Augustes Mutter kam aus adeligem Haus, ihr Vater war Arzt: Wohltätigkeit war in ihrem Elternhaus kein Fremdwort. Das Haus war nicht weit vom Aachener Dom entfernt und ihre Eltern kümmerten sich um arme und kranke Menschen in der Stadt. Die Familie war reich, gläubig und gebildet. Bei Privatlehrern, die zu ihnen nach Hause kamen, lernte Auguste Lesen, Schreiben, Französisch und sicher auch Geographie.

Weil ihr von den Erwachsenen niemand so recht zuhörte, fing sie einfach allein an, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Erzählte ihren Freundinnen von der Idee und sammelte Geld, das sie dann dem französischen Bischof schicken wollte. Und irgendwann, vielleicht ein Jahr nach der ersten Idee, hatte sie ihre Eltern und den Kaplan ihrer Gemeinde überzeugt. Weil sie nicht locker gelassen hatte und sich nicht hatte beirren lassen, wurde am 2. Februar 1846 in Aachen der „Verein der Heiligen Kindheit" gegründet. Einen Monat später, am 1. März, feierte Auguste ihren 16. Geburtstag.

In den ersten Jahren kümmerte sie sich um den Verein, der ständig wuchs. Später verließ sie ihre Heimatstadt. Der Kirche blieb die engagierte Aachenerin aber auch nach ihrer Jugend treu. Heiraten wollte sie nicht. Stattdessen ging sie als 25-Jährige ins Kloster. Sie lebte in verschiedenen Häusern ihres Ordens in Deutschland, Belgien und Frankreich. Mit 54 Jahren dann ging sie als Vikaroberin für zwei Jahre in die USA. Nach ihrer Rückkehr lebte sie im Mutterhaus des Ordens der Sacre-Coeur-Schwestern in Paris, wo sie am 8. Mai 1895 mit 65 Jahren als Generaloberin starb. Der von ihr gegründete Aachener Verein aber bestand weiter. 1922 wurde er von Papst Pius XI. zum „Päpstlichen Werk" erhoben.

Heute ist daraus eine riesige Bewegung geworden, die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Das Werk der heiligen Kindheit heißt der Verein, für dessen Gründung Auguste von Sartorius im Jahr 1846 den Anstoß gab.

Seit 1959 trägt das Kindermissionswerk, ab 1961 gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Sternsingeraktion. Jedes Jahr ziehen die als die Heiligen Drei Könige gekleideten Kinder von Haus zu Haus, um den Segen Christi zu bringen und für Kinder in Not zu sammeln. Im Dezember 2015 würdigte die UNESCO-Kommission diese langjährige Tradition und nahm das Brauchtum des Sternsingens in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

 

 

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Das Sternsingen ist im Dezember 2015 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.